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3,1,1 (1875) Chemische Industrie : mit einem Rückblick auf die Entwicklung der chemischen Industrie während des letzten Jahrzehends
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Vorkommen und Verarbeitung der Kalisalze in Kalusz. 381

bat, wird das betreffende Extractionsgefäss zur Entleerung ausgeschaltetund ein inzwischen mit frischem Material beschicktes vorn an dieBatterie gehängt. Die in die Krystallisirgefässe ablaufende Laugezeigt einen durchschnittlichen Gehalt von 15 p. C. Chlorkalium und17'4 p. C. Chlornatrium und enthält nach dem Auskrystallisiren beiSommertemperatur 115 p.C. Chlorkalium und 20'6 p. C. Chlornatriumund bei Winterkälte 72 p. C. Chlorkalium und 22'7 p. C. Chlornatrium.Bei einer Beschickung mit Rohsylvin von 22 bis 24 p. C. CklorkaliumGehalt verbleibt im Rückstand meist noch 20 bis 25 p.C. des darinenthalten gewesenen Chlorkaliums sowie nahezu der ganze Chlornatrium-gehalt; um dieses sowie auch das in den ärmeren Sylvinerzen von nur10 bis 12 p. C. Chlorkalium enthaltene Kaliumsalz zu gewinnen, werdendie Löserückstände in den Extractionsgefässen selbst, die ärmerenRückstände in grossen Holzkästen mit süssem Wasser methodisch ex-trahirt. Bei dieser Operation wird sowohl Chlorkalium als Chlornatriumzum grössten Theil gelöst und es bleibt nur ein wenig salzhaltigerThon und Gypsschlamm zurück. Die ei'haltene klare und durch event.Passiren durch mehrere Lösegefässe mit beiden Salzen völlig gesättigteSoole, -welche einen durchschnittlichen Gehalt von 6'3 p. C. Chlorkaliumund 225 p. C. Chlornatrium zeigt, wird nun in einer gewöhnlichenSalinenpfanne wie einfache Salzsoole so lange eingekocht, als sich reinesKochsalz ausscheidet und dieses wird in über der Siedepfanne stehendenBühnen zur Entfernung der anhängenden chlorkaliumhaltenden Lauge mitreiner siedender Kochsalzlösung ubergossen gedeckt. Das Auskochenvon Chlornatrimü und gleichzeitige Concentriren der Chlorkaliumlaugewird fortgesetzt, bis unter beständigem Zuspeisen neuer Mischsoole diePfanne eine heisse Lösung von 15 bis 16 p.C. Chlorkalium und 16 bis17 p. C. Chlornatrium enthält, dann wird das Feuer gelöscht und der In-halt der Pfanne schnell in Krystallisirbassins abgelassen, in welchen dasChlorkalium auskrystallisirt. Die Pfanne wird sofort nach dem Ent-.leeren wieder mit neuer vorgewärmter Mischlauge gefüllt und derProcess geht so regelmässig fort. Da die Mischlauge mit beiden Salzengesättigt ist und das Chlorkalium in Lösung bleibt, so fällt gerade so-viel Kochsalz aus, als Wasser verdampft, resp. als aus einer gesättigtenreinen Kochsalzlösung beim Verdampfen ausfallen würde und der Mehr-verbrauch an Brennstoff gegen den gewöhnlichen Salzsiedeprocess wirdnur veranlasst durch das bei jedesmaligem Ablassen der Pfanne nöthigeAbkühlen und Wiederanfeuern derselben nach erfolgter Füllung,immerhin ist aber diese Methode für die Kaluszer Verhältnisse undbei dem hoben Preise des Kochsalzes in den benachbarten russischenProvinzen von praktischem Werthe, da sie eine nahezu vollständigeZugutemachung aller Sylvinerze und somit auch einen leichteren Abbauund eine sorgfältigere Scheidung der Erze ermöglicht. Das Chlorkaliinnwird von Kalusz schon wegen der hoben Fracht, die daran!' bis zu den