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Gruppe III. Chemische Industrie.
überzugehen. Da indess Magnesiumsalze in dieser Sylvinablagerungfast ganz fehlen, so ist der chemische Process der Chlorkaliumgewinnungans diesem Material ein ungleich einfacherer als in Stassfurt, indemman die Salze nur mit einer kalt gesättigten Lösung von Chlorkaliumund Chlornatrium erhitzt. Da nun das Chlorkalium bei höherer Tem-peratur im Wasser bedeutend löslicher ist, als bei niederer, währenddie Lösefähigkeit des Chlornatriums bei verschiedenen Temperaturennicht wesentlich variirt, so nimmt die Lauge beim Erhitzen mit den vonlöslichen Theilen nur Chlorkalium und Chlornatrium enthaltenden Roh-salzen nur das erstere auf, und wird, nachdem sie sich dem Temperatur-grade entsprechend mit Chlorkalium gesättigt hat, in Krystallisirbassinsgelassen, in welchen sie beim Abkühlen das mehr gelöste Chlorkaliumauskrystallisiren lässt, um dann wieder, mit neuen Mengen Eohsalzerhitzt, denselben Process zu durchlaufen. Es fallen also bei dem Be-triebe in Kalusz die so schwierigen Verdampfoperationen der StassfurterFabrikation mit ihren weitereRaffhiationsarbeiten erfordernden Zwischen -producten ganz fort und es wird sofort ein sehr reines, kräftig krystal-lisirtes und vollkommen magnesiumfrei^s Chlorkalium erzielt. —Würden die Kaluszer Sylvinrohsalze nur aus einem Gemische vonChlorkalium und Chlornatrium bestehen, so müsste der beschriebeneProcess in sehr glatter Weise und fast ohne Verlust vor sich gehen,dieselben enthalten aber neben den löslichen Bestandtheilen noch einenbedeutenden Procentsatz unlöslichen Thon und Gyps, wodurch der Processcomplicirt und der Fabrikations- beziehungsweise Laugenverlust erhöhtwird. Nach dem jetzt dort üblichen Verfahren werden die gewonnenenSylvinerze so gattirt, dass sie durchschnittlich 22 bis 24 p. C. Chlor-kalium enthalten, der Chlornatriumgehalt beträgt dann durchschnittlich30 bis 32 p.C., und der Rest besteht aus Salzthon und Gyps. Die sogeklaubten Erze werden möglichst gleichmässig etwa zu Bohnen grossedurch Quetschwerke und Siebe zerkleinert und dann in grosse alsExtractionsgefässe dienende Pfannen, die mit falschem Boden versehensind, gefüllt. Auf die so vorgerichtete Masse lässt man die von derfrüheren Krystallisation herrührende Lauge laufen, welche zuvor ent-weder in einer Pfanne mit directem Feuer oder durch eine Dampf-schlange erhitzt war. Gewöhnlich sind vier Extractions- und vierJjaugenwänngefässe in ähnlicher Weise combinirt, wie dies bei derenglischen Sodaextraction üblich ist, so dass die zum Ersatz des durchdie Lösung des Chlorkaliums und durch äussere Abkühlung entstan-denen Wärmeverlustes nach jedem Passiren eines Extractionsgefässesneu angeheizte Lauge zuletzt über das mit frischem Salz beschickteExtractionsgefäss und von dort in die Ivrystallisirbassins geht. Umden Laugenverlust zu ersetzen, erhält die Pfanne, welche völlig ausge-zogen ist, zuletzt siedende Chlornatriumlösung und nachdem diüse dienoch in der Masse vorhandene Chlorkalium-Chlornatriumlösung verdrängt