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3,1,1 (1875) Chemische Industrie : mit einem Rückblick auf die Entwicklung der chemischen Industrie während des letzten Jahrzehends
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Gruppe III. Chemische Industrie.

einwirken lässt, eine syrupöse Lösung, welche, mit Zink-, Zinn- oderBleioxyd gemischt, eine vorzügliche Glasurmasse bildet.

Ansichten über den Ursprung der in der Natur vorkom-menden Borsäure und der horsauren Salze. Die leichte Zersetz-barkeit der Seite 323 angeführten Schwefel- und Stickstoffverbin düngendes Bors durch Wasser, namentlich bei höherer Temperatur, sowie dasgleichzeitige Auftreten von Schwefelwasserstoff und Ammoniak in denborsäurehaltigen natürlichen Dampfemanationen hatte früher zu derHypothese geführt, dass die von den Wasserdämpfen fortgeführte Bor-säure in der Tiefe vorhandenen, bedeutenden Lagern der obigen Ver-bindungen ihren Ursprung verdanke, und auch in letzterer Zeit ist0. Popp 1 ) nochmals auf die Bildung von Borsäure aus Borstickstoffzurückgekommen. Aber weder Borstickstoff noch Schwefelbor sindbislang an irgend einem Orte der Erde als solche aufgefunden worden,ein Umstand, welcher derartige Hypothesen mindestens als sehr ge-zwungene erscheinen lässt.

Daubree gelangt in dem Seite 327 erwähnten Berichte überBorsäure und natürliche Borate zu dem Schlüsse, dass die Borsäure sichwahrscheinlich weit verbreiteter in der Natur findet, als man dies bis-her geglaubt hat und dass sie vielleicht deshalb häufig unbemerkt ge-blieben ist und noch bleibt, weil sie in nur geringer' Menge in Wasserund Wasserdämpfen oder in Verbindung mit Kalk gemischt mit einergrösseren Menge anderer Salze vorkommt und weil sie, besonders inder soeben erwähnten grossen Vertheilung, keine sofort in die Augenstechenden Eigenschaften besitzt. In der That gehört die Borsäure,namentlich wenn" sie neben alkalischen Erden vorkommt, zu den Kör-pern, welche von angehenden Analytikern am leichtesten übersehenwerden.

C. Nöllner 2 ) macht auf das Vorkommen von Borsäure in denSteinsalzlagern sowohl als auch in den Salpeterlagern in Chile undPeru aufmerksam. Nach ihm sind die letzteren durch Verwesung ausdem grossen Ocean angeschwemmter stickstoffhaltiger Seetange aufeinem eingetrockneten- Meerwasserbassin entstanden; es erklärt sichdadurch auch der immer beobachtete Jodgehalt des Chilisalpeters (vgl.S. 137 u. S. 202 dieses Berichtes), sowie das Vorkommen nur geringerMengen von Kaliumsalpeter in demselben, welches dem minimalenGehalte der Seepflanzen,,an Kaliumverbindungen proportional ist.

Auch Borsäure ist nach Nöllner ein constanter Bestandtheil desMeerwassers, und die aus den Mutterlaugen des Chilisalpeters sichausscheidenden Borate, wie auch die in der Nähe der Salpeterlager und

!) 0. Popp, Ann. Chem. Supplement VIII, 1 u. 5; Oliem. Centralbl.1870, 502. 2 ) C. Nöllner, Journ. pr. Chem. CII, 463; Polyt. Centralbl.

1868, 229.