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3,1,1 (1875) Chemische Industrie : mit einem Rückblick auf die Entwicklung der chemischen Industrie während des letzten Jahrzehends
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Gruppe III. Chemische Industrie.

säure in seinen Eigenschaften derart verändert, dass es sich alsdannleicht in beliebige Formen pressen lässt und so xyloplastische Gegen-stände zu liefern vermag, welche mit den theueren Holzschnitzereienerfolgreich concurriren. Diese plastische Holzmasse wird nun bei derImprägnirung mit Wasserglaslösung sehr vollständig von derselbendurchdrungen. Dadurch wird nicht nur die Haltbarkeit der Gegen-stände ganz bedeutend erhöht, sondern diese werden auch nahezu un-verbrennlich gemacht*).

Yon den übrigen zahlreichen Verwendungen, welche das Wasser-glas in der Industrie findet, seien noch einige mit wenigen Wortenhervorgehohen. '

Das Natronwasserglas findet als Zusatz zu gewissen Seifen-sorten einen ausgedehnten Gebrauch. Wenn wir von einigen älterenVersuchen, das Wasserglas für Talg- und Olivenölseifen zu verwenden,ahsehen, so finden wir, dass es zuerst in Nordamerika im Grossen inder Seifenfabrikation gebraucht wurde. Es diente dort bei Darstellunggeringerer Seifensorten als Surrogat für das Harz, dessen Preis in Folgedes amerikanischen Krieges sehr gestiegen war 2 ). Es stellte sich her-aus, dass die Vermischung der Seife mit dem Wasserglas um so innigerist, je kieselsäurereicher dieses ist. Nach Versuchen von Seeber-findet eine Vermischung der harten Talg- und Olivenölseifen mit Was-serglas nur in geringem Grade statt; bei stärkerem Zusatz tritt über-dies die Erscheinung des Aussalzens ein. Dagegen geben die Palmöl-und Cocosnussölseifen gute Resultate. Cocosnussölseife zeigt bei einemGehalt von 24 p. C. Natriumsilicat und 50 p. C. Wasser, noch einemerkwürdige Härte. Nach Störer 2 ) verfährt man in den Ver-einigten. Staaten in der Weise, dass man das Wasserglas zu der ausdem Kessel in die Form geschöpften noch heissen Seifenlösung setzt,und hierauf die Mischung bis beinahe zum Erstarrungsmomente tüchtigdurch einander rührt. Von der Wasserglaslösung von 35° B. werden25 bis 40, ja bis 60 p. C. zu der Seifenlösung gesetzt. Die Zusammen-setzung zweier Toilettenseifen, Wiener Fabrikat, ist nach einer Analysevon G. Schnitzer 3 ) die folgende:

I. II.

Natron

12 p.C.

12-5

Kieselerde

10

8-5

Wasser

30

33-0

F ettsäure

48

46-0

Diese Seifen sind durch sogenannte kalte Verseifung dargestellt.Das Palmfett wird bis zur Schmelztemperatur (41 bis 44°) erwärmt,

!) Vergl. Bolley, Handbuch der chemischen Technologie; A. Mayer,Chemische Technologie des Holzes; Brschwg. 1872, 177. 2 ) Yergl. Pr.

Störer, Polyt. Centralbl. 1863, 399; Wagn. Jahresber. 1863, 351. 3 ) G.

Schnitzer, Deutsche Industrieztg. 1873, 73.