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3,1,1 (1875) Chemische Industrie : mit einem Rückblick auf die Entwicklung der chemischen Industrie während des letzten Jahrzehends
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Silicium Verbindungen.

sodann Natronlauge von 38° B. eingerührt, bis das Ganze einen gleich-artigen Teig bildet, und endlich Wasserglaslösnng von 36°B. zugesetzt.

Unter der Bezeichnung Wasserglascomposition wird inneuerer Zeit von den Vereinigten rheinischen Wasserglasfabri-ken in Ludwigshafen eine weiche weisse Masse in den Handel ge-bracht 1 ), welche als vorzügliches Waschmittel empfohlen wird. NachW. v. Schelhas 2 ) ist die Zusammensetzung dieses Präparats die

folgende: 4

Fette Säuren . . . 12'00Kieselsäure .... 18'07Natron ....... 7'12

Glycerin. 2'84

Wasser.59'95

99-98

Die Wasserglascomposition ist danach eine Oelseife, wahrscheinlichCocosnussölseife, versetzt mit einer sehr concentrirten Wasserglaslösungund Glycerin, parfümirt' durch etwas Nitrobenzol. Nach Mei-dinger 3 ) wird sie bereitet durch Zusatz von 3 p. C. Glycerin und12 p.G. Fettsäuren zu gewöhnlicher concentrirter Wasserglaslösung.Die Fettsäure wird natürlich in Seife umgewandelt; ihr Zusatz be-zweckt, die Composition in eine Emulsion zu verwandeln, ihr einegallertartige Consistenz zu ertheilen, sie greifbar zu machen; zugleichbefördert sie beim Waschen die Schaumbildung. Diese Compositionsoll sich vortrefflich zum Waschen von Wolle, Seide, gefärbten Stoffen, derHauswäsche eignen; auch Holzgegenstände werden leicht dadurch gerei-nigt; sogar die zum Reinigen der Locomotiven und anderer Maschinenverbrauchte Putzbaumwolle wird dadurch rasch und vollständig wiederrein erhalten. Beim Waschen der Hände mit dem Präparat gelangt dieHaut leicht in einen Zustand der Rauhigkeit, die Poren sind mit einemweissen Pulver angefüllt, welches erst durch wiederholtes Auswaschenmit reinem Wasser zu entfernen ist.

Der Zusatz von Wasserglas zur Seife ist nach zwei Richtungenhin von grossem Vortheil. Einmal wird dadurch ein Theil des fett-sauren Alkalis, welches in harten Wassern die Bildung unlöslicherKalkseife hervorruft, die sich dann als schmierige, gelb werdendeMasse in den Geweben festsetzt und nur durch verderbliche mecha-nische Einwirkung von der Faser entfernt werden kann, ersetztdurch Wasserglas, welches die Abscheidung von kieselsaurem Kalkund freier Kieselsäure veranlasst, Körper, die durch Abspülen leichtentfernt werden können. Sodann wirkt das leicht zersetzbare Wasser-

*) Deutsche Industrieztg. 1872, 188, 277, 325, 344. 2 ) W. v. Schelhas,Bayer, Industrie- u. Gewerbebl. 1872, 147; Deutsche Industrieztg. 1872, 325;Wagn. Jahresber. 1872, 375. 3 ) Meidinger, Deutsche Industrieztg. 1872, 344.