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Gruppe III. Chemische Industrie.
gelatinösen Niederschlage an, welcher bei der Zersetzung von Fluor-oder Chlorsilicium durch Wasser sowie durch Ansäuern einer Alkali-silicatlösung hervorgebracht wird. Man kann diese Säure aber nichtisoliren, da sie die grösste Neigung zur Anhydridbildung zeigt. Einerstes Anhydrid wird erhalten, wenn 2 Mol. Si(0Hh 1 Mol. Wasserentzogen wird. Es entsteht dann eine sechsbasische Säure von derConstitution
welche Eh elmen durch die Einwirkung feuchter Luft auf Kieselsäure-Aethyläther dargestellt hat. Wenn wir einem Mol. Si (011)4 1 Mol.Wasser entziehen, so haben wir ein zweites Anhydrid, eine zweibasische
ham durch Verdunsten imVacuum von reiner durch Dialyse erhaltenerKieselsäurelösung erhalten. Nach Analogie der ganz ähnlichen Ver-hältnisse bei der Phosphorsäure sind diese drei Säuren Ortho-, Para-,Meta-Kieselsäure genannt worden. Die Metakieselsäure, deren Consti-tution diejenige der Carbonate bildenden Kohlensäure ist, wird amhäufigsten in den Silicaten, den Kieselsäuresalzen, angetroffen. Wennendlich die Orthokieselsäure 2 Mol. Wasser verliert, so ensteht das Kiesel-säure-Anhydrid, Si0 2 , die Kieselerde. In dieses, welches bekanntlichsehr verbreitet in der Natur vorkommt, gehen alle Kieselsäuren beimGlühen über.
Die grosse Schaar der Kieselsäureverbindungen, welche an Mannich-faltigkeit den Salzen der organischen Säuren fast gleichkommt, welchedie grosse Mehrzahl der in der Natur vorkommenden Mineralien aus-macht, lässt sich den eben erwähnten drei Säuren nicht vollständigunterordnen. Welche Arten von Kieselsäure sind hiernach in denSilicaten noch vorhanden? Es kann sich die Anhydridbildung in derWeise äussern, dass ein oder mehrere Molecule Orthokieselsäure ein odermehrere Molecule Wasser verlieren. Dadurch können zahlreiche Silicium-hydrate abgeleitet werden, die von Wurtz 1 ), der diese Silicattheoriezuerst aufgestellt hat, allgemein Polykieselsäuren und je nach der An-zahl der in ihnen enthaltenen Siliciumatome Mono-, Di-, Tri- etc.Kieselsäuren genannt- worden sind.
Wir können uns in dieser Weise z. B. folgende Säuren construiren:
x ) Wurtz, Le^ons de pliilosophie chimique, p. 180.
OH OH
OH—Si—0—Si—OH,
OH OH
OH
Säure von der Zusammensetzung 0—Sie wurde von Gra-