Siliciuinverbmclungen.
2 Si(OH) 4 —H 2 0 = (0 H) 3 Si—0—Si(0 H) 3
' 0
289
— Si2 Hg O7(Paraldeselsäure)
2 Si(0H) 4 —2 H 2 0 = (0H),Si<( ')Si(OH), = Si 2 H 4 0 6
2 Si(OH) 4 —3 HjO = (OH)—0—Si—0—Si—0—(OH) = Si 2 H 2 0 53 Si(OH) 4 —2 H 2 0 = (OH) 3 Si—0—Si(OH) 2 —0—Si(OH) 3 = Si 3 H 8 O 10 .
u. s. w.
Diese Polykieselsäuren sind nach der allgemeinen FormelmSi(OH) 4 —nll 2 0 zusammengesetzt. Wenn man für m und n jedebeliebige ganze Zahl setzen darf, so ist es nicht schwer, nach diesemSchema für jedes natürliche Silicat die entsprechende Kieselsäure zuconstruiren, und von diesen können alle möglichen und unmöglichenSilicate abgeleitet werden. Die Kenntniss von der Structur der Silicatewird durch diese Hypothese also nicht sehr gefördert, zumal fast alleder angenommenen Kieselsäuren in Wirklichkeit unbekannt sind.
Es hat nicht an ferneren Bemühungen gefehlt, die chemischeConstitution der Kieselsäuremineralien zu ergründen. So hatTschermak 1 ) die Structur des Feldspaths ermittelt. Vor Kurzemhat Haushofer 2 * ) die Constitution der Silicate nach den Ansichtender modernen Chemie entwickelt. Er geht aus von der am häufigstenin den Silicaten auftretenden Metakieselsäure, welche den Carbonaten
. 11 11entsprechende Salze bildet, SiR0 3 (Enstatit). Durch Zugabe von RO11
resp. 2R0 gelangt er von diesen normalen zu den Halb- und Drittel-Silicaten
m /° 0 0 0—R
'/Siv^ '/R (Olivin) und R<^ 'Ssi/
CT (J XT O—R 7
durch Zugabe von Si0 2 zu dem Doppelsilicat
0=Si—0
l \ 11
Si 2 R0 5 0 >R
1 /
0=Si—0
(im Petalit, Sphen und Pludialyt).
Diese einfachen Silicate treten nun nicht nur unter einander, son-dern auch als Multipla mit einzelnen Atomgruppen der Form Si0 2 ,R 2 0,RO und (R 2 ) vi 0 3 in Verbindung. Durch diese Annahme, welche durch
J ) Tschermak, DieFeldspathgruppe, Berichte der Wiener k. Akademie,Bd. L, S. 58; Tschermak, Die Aufgaben der Mineralchemie in: Minera-logische Mittheilungen. 1871, 2. Heft, 8. 93; vergl. auch: V. v. Wartha,Ueber die Formnlirung der Silicate (Ber. der Ungar. Akademie derWiss. 1868).
2 ) Haushofer: Die Constitution der natürlichen Silicate. Braunschw. 1874.
Wiener Weltausstellung. III.
>0 (Chondrodit);