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3,1,1 (1875) Chemische Industrie : mit einem Rückblick auf die Entwicklung der chemischen Industrie während des letzten Jahrzehends
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276 Gruppe III. Chemische Industrie.

haben sich zumal Richter 4 ) und auch Ku,rtz 2 ) sehr bestimmt gegenYohl ausgesprochen. Ausser Petroleum sind auch noch andere flüch-tige Substanzen statt des Schwefelkohlenstoffs als Extractionsmittelvorgeschlagen worden. So hat unter Anderen Richter Fuselöl alssolches empfohlen und sich die Anwendung desselben zur Entfettungder Wolle in Preussen patentiren lassen. Ueber die Vortheile undNachtheile dieses Verfahrens haben Jacobsen 3 ) und Rühlmann 4 )ihre Ansichten ausgetauscht. Auf ein Verfahren, Wolle und andereStoffe mit Aether zu extrahiren, hat Verfasser am 3. Dec. 1874 inPreussen ein Patent erhalten.

Schliesslich sei hier noch einiger Vorschläge zu weiteren Anwen-dungen des Schwefelkohlenstoffs erwähnt, welche bis jetzt zu erheblichenErgebnissen nicht geführt haben.

Schon oben ist der Versuche Seyfferths gedacht worden, eineSchwefelkohl enstoff-Dampfmaschine zu construiren; diese Versuche sindneuerdings in Amerika von Ellis 5 * ) und Anderen wieder aufgenommenworden und nach den Berichten amerikanischer Zeitungen c ) von einemgewissen Erfolge gekrönt gewesen.

Wegen seiner giftigen Eigenschaften wird der Schwefelkohlenstoffzur Vertilgung der Ratten von C1 oez 7 ), der Motten von Varrentrapp 8 )empfohlen.

Die übrigen Vorschläge, welche man zur Anwendung des Schwefel-kohlenstoffs gemacht hat, gründen sich fast alle auf seine Eigenschaftenals Lösungsmittel. Eine eingehende Untersuchung dieser Eigenschaftenist von Gore 9 ) veröffentlicht worden. H. Schwarz 10 ) macht daraufaufmerksam, dass der Schwefelkohlenstoff Kaliumcyanid auflöst, währendKaliumcyanat und Kaliumcarbonat in demselben unlöslich sind, dassman daher aus dem nach dem Liebigschen Verfahren dargestellten Salzemittelst Schwefelkohlenstoff mit Leichtigkeit reines Kaliumcyanid er-halten kann. Bolley 11 ) empfiehlt eine Lösung von Kautschuk inSchwefelkohlenstoff als einen trefflichen Firniss für Landkarten, Eti-quetten und dergleichen. In ähnlicher Weise hat man eine Lösungvon Wachs in Schwefelkohlenstoff bei der Fabrikation des Wachspapiersmit Nutzen verwendet 12 ).

Es ist bekannt, dass sich feste Fette weit weniger leicht in Schwefel-kohlenstoff lösen, als flüssige, mit denen er sich in jedem Verhältnisse

4 ) Richter, Dingl. pol. J. CLXXXIII, 254. 2 ) Kurtz, Dingl. pol. J.

CLXXXIV, 362. s ) Jacobsen, Industriebl. 1867,-77. 4 ) Rühlmann,

Mittheil. d. Hannov. Gewerbever. 1868, 265. 5 ) Ellis, Scientif. American

Jan. 1872, 31. °) Dingl. pol. J. CCVI1I, 234. 7 ) Cloez, Compt. rend.

LXIII, 85. 8 ) Varrentrapp, Mittheil, des Gewerbever. des Herzogth.

Braunschw. 1865, 73. °) Gore, Phil. Mag. [4] XXX, 414. 10 ) Schwarz,

Wagn. Jahresber. 1863, 332. n ) Bolley, Wagn. Jahresber. 1860, 552.

12 ) Arcli. f. Pharm. [2] CXCY1I, 82.