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3,1,1 (1875) Chemische Industrie : mit einem Rückblick auf die Entwicklung der chemischen Industrie während des letzten Jahrzehends
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Die Schwefelkohlenstoffindustrie.

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mischt; auf diese Beobachtung gründet sich der erst jüngst noch vonDeiss 1 ) gemachte Vorschlag, dem zu pressenden Stearin eine kleineMenge Schwefelkohlenstoff zuzusetzen, um hierdurch die Trennung desOleins zu erleichtern. Auch analytischen Zwecken hat man die Löse-kraft des Schwefelkohlenstoffs dienstbar zu machen gesucht. So hatschon Berjot 2 ) vor mehr als zehn Jahren einen Apparat (Oleometer)für die Bestimmung des Oelgehalts der Samen vorgeschlagen, in welchemdie Oelsubstanz mittelst Schwefelkohlenstoff extrahirt wird. Mit grös-serem Vortheil wird diese für die Oelfabrikation mittelst Schwefel-kohlenstoff nicht unwichtige Bestimmung in einem von Vohl 3 ) benutztenApparat ausgeführt, in dem man ebenfalls Schwefelkohlenstoff als Extrac-tionsmittel anwenden kann, obwohl Vohl denrCanadol für diesen Zweckden Vorzug giebt. Verfasser bedient sich zu dem Ende eines einfachenStöpselglases, in welchem der zerquetschte Samen mit einer genau ge-wogenen Menge Schwefelkohlenstoff längere Zeit in Berührung bleibt.Ein aliquoter Theil der gewonnenen Lösung wird verdampft und ausdem gewogenen Rückstand der Oelgehalt berechnet. Die-Löslichkeitdes Jods in Schwefelkohlenstoff einerseits und die Unlöslichkeit desWassers in demselben andererseits gestatten eine Trennung beiderSubstanzen. Diese Trennung haben fast gleichzeitig, aber unabhängigvoneinander, Wanklyn 4 * ) und Tissandier 6 ) für die Bestimmung desWassergehaltes im Jod des Handels benutzt. Geringeren Erfolges sinddie Versuche gewesen, den Schwefelkohlenstoff für die Zwecke derAlkoholometrie zu verwerthen. Mit absolutem Alkohol mischt sich der-selbe in jedem Verhältnisse, während verdünnter Alkohol nur einebegrenzte Menge löst und zwar um so weniger, je grösser die Verdün-nung ist. Lässt man Schwefelkohlenstoff zu Weingeist fliessen, so trübtsich die Flüssigkeit in dem Augenblick, in welchem das Lösungsvermögendes Alkohols erschöpft ist, kennt man das Lösungsvermögen des Wein-geist von verschiedenem Alkoholgehalt, so lässt sich aus der Bestimmungder Schwefelkohlenstoffmenge, welche sich in einem Weingeist löst, derProcentgehalt desselben an absolutem Alkohol berechnen. Diese ganzsinnreiche Methode, welche von Tuchschmidt und Eollenius 6 ) ange-geben worden ist, dürfte indessen dem gewöhnlichen Alkoholometerschwerlich den Rang ablaiifen. g

Dass man den Schwefelkohlenstoff zum Extrakiren des Schwefelsaus den Schwefelerzen anzuwenden versucht hat, ist bereits in einemfrüheren Abschnitte dieses Berichts (vergl. S. 151) erwähnt worden.Auch die Löslichkeit des gewöhnlichen Phosphors in Schwefelkohlenstoff

4 ) Deiss, Bull. Soc. cliim. 1873, XX, 237. 2 ) Berjot, Bull, chirn.

appl. 1860, 453. 3 ) Volil, Wagn. Jahresber. 1871 , 675. 4 ) Wanklyn,

Mech. Mag. April 1872, 320. 6 ) Tissandier, Monit. scientif. 1872, 90.

) Tuch schmidt u. Follenius, Ber. Chem. Ges. 1871, 583.