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3,1,1 (1875) Chemische Industrie : mit einem Rückblick auf die Entwicklung der chemischen Industrie während des letzten Jahrzehends
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Die Schwefelkohlenstoffindustrie.

Aufsätze von Hädicke 1 ) und von Fischer 2 ) und endlich noch jüngstein Bericht von H. Schwarz 3 ) über den Extractionsapparat von vanH acht, welcher in Molenheck-St. Jean bei Brüssel arbeitet und vondem ein Modell in Wien ausgestellt war. Ueber die harzartigen Sub-stanzen und Metallverbindungen, welche der Schwefelkohlenstoff nebenden Fettkörpern aus den Samen aufnimmt, und über die Entfernungdieser Substanzen aus dem Oele haben Giseke 4 ) in Fiume und Richter 5 )und früher schon R. Wagner in der Würzburger Wochen-schrift 6 ) Mittheilungen gemacht.

Als nach Eröffnung der Petroleumquellen in Amerika das grosseQuantum der darin enthaltenen leichtflüchtigen Körper eine Verwendungsuchte, lag es nahe, denselben statt des Schwefelkohlenstoffs zum Ex-trahiren zu verwerthen. Ein solches Verfahren ist in Frankreich vonRichardson, Irvine und Luudy 7 ) patentirt worden. Verfasser selbsthat von 1864 bis 1866 mit solchen Körpern in seiner Fabrik in Mel-sungen Wollabfälle extrahirt und dabei die Erfahrung gemacht, dassdas Lösungsvermögen derselben für unverändertes Fett nicht nur sehrviel geringer ist, als das des Schwefelkohlenstoffs; sondern dass mancheArten Abfälle, namentlich solche, welche feucht gelegen hatten odersehr alt waren, klebriges Fett enthielten, die aber mit Schwefelkohlen-stoff noch recht gut zu reinigen waren, sich nicht bearbeiten Hessen.Der Verfasser ist deshalb wieder zum Schwefelkohlenstoff zurückgekehrt.

Vohl 8 ), ein anderes Ziel als der Verfasser verfolgend, nämlich dieGewinnung einer möglichst reinen Fettsubstanz aus den Samen, hältdagegen die Anwendung des leicht flüchtigen Petroleumkörpers, den ermitdemNamenC an ad ol bezeichnet, gerade weil derselbe keine Harzelöst, für ganz besonders zweckmässig und hat denselben zumal auch fürdie Extraction von Cacaobohnen empfohlen 9 ). In der That hat sich auchHirzel 10 )um dieselbe Zeit dieAnwendung der leichtflüchtigen Petroleum-körper für die Zwecke der Fettextraction in verschiedenen Ländern patenvtiren lassen und auch noch während des letzten Jahres haben sich einer-seits J. de Hall n ) und andererseits Jean 12 ) für die Verwendung diesesKörpers zum Extrahiren der rohen Wolle ausgesprochen. Die An-sichten über die Vortheile des Kohlenwasserstoffs dem Schwefelkohlen-stoff gegenüber werden indessen keineswegs allgemein getheilt, und es

Q Hädicke, Dingl. pol. J. CCI, 427. 2 ) Fischer, Dingl. pol. J.

CCV, 274. 3 ) Schwarz, Wiener officieller Ausstellungsber. Fettwaaren 3.

4 ) Giseke, Wagn. Jah-resher. 1865, 558. 5 ) Richter, Jacobsens Repertor.

1866, I, 22. 6 ) Würzburger Wochenschrift 1864, 292; Wagn.

Jahresber. 1864, 489. 7) Richardsou, Ir vine u. Lundy, Gen. indust.

Aug. 1864, 109. 8) Vohl, Dingl. pol. J. CLXXXII, 319. 9 ) Vohl, Dingl.

pol. J. CCI, 165, 171. 1(1 ) Hirzel, Hirzel u. Gretschels Jahrb. d. Erfind.

1867, II, 277. H) de Hall, Deutsche Industriez. 1873, 35. 12 ) Jean,

Monit. de la Teint. 1873, XVII, 142.

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