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3,1,1 (1875) Chemische Industrie : mit einem Rückblick auf die Entwicklung der chemischen Industrie während des letzten Jahrzehends
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Gruppe III. Chemische Industrie.

ersten Extractionsgefäss (9) ohen genommene Probe Schwefelkohlen-stoff ohne Rückstand verdampft. Alsdann unterbricht man den Zuflussdes Schwefelkohlenstoffs zu (9) und den Abfluss von (12) nach (3) undstellt die Hähne so, dass der Schwefelkohlenstoff von (2) nach (10)unten, von (10) oben nach (11) unten, von (11) oben nach (12) unten,von (12) oben nach (13) unten und von (13) oben nach (3) fliesst. Zugleicher Zeit wird das zweite kleinere untere Reservoir (4) und durchdie eine Schlange das zweite Hestillirgefäss (7) luftleer gemacht undmit einem unten an (9) angebrachten Hahne verbunden und ein oben an(9) befindlicher Dampfhahn langsam geöffnet. Der Dampf treibt denfast reinen Schwefelkohlenstoff vor sich her nach (6), wo er sich zuerstsammelt und durch den nachher immer wärmer kommenden Dampfdestillirt und so nach (4) getrieben wird. In 40 Minuten ist bei derangegebenen Einrichtung jede Spur Schwefelkohlenstoff aus der Saatentfernt, so dass man beim Oeffnen von (9) nur den reinen Saatgeruchempfindet. Natürlicherweise werden vorher die Hähne geschlossen.

Noch ehe der Schwefelkohlenstoff aus (9) vollständig vertrieben ist,ist aus (10) das Oel extrahirt und die Hähne an (10) werden gestellt wievorher an (9) und beide Extractionsgefässe haben gleichzeitig Dampfund destilliren in denselben Kessel und dieselbe Schlange. Dies wieder-holt sich später fortwährend und so ist es möglich, in 12 Stunden 20bis 24 Extractionsgefässe zu entleeren.

Die concentrirte Oellösung, welche sich in (3) sammelt, wird durchSaugen und Drücken in das Destillirgefäss (6) gebracht und hier destillirt.Der Schwefelkohlenstoffdampf geht durch die Kühlschlange nach (5), wo ernatürlich flüssig anlangt. Yon (5) lässt man ihn nach (1) fliessen. DenSchwefelkohlenstoff aus (3) lässt man ebenfalls nach dem tiefer liegenden (1)fliessen. Eine besondere Einrichtung ermöglicht es, keine schwefelkohlen-stoffhaltige Luft weglassen zu müssen und macht auch ein Gasometerüberflüssig. Verfasser extrahirt seit 10 .Jahren ohne schwefelkohlen-stoffhaltige Luft aus dem Apparat zu lassen und seit 5 Jahren ohneGasometer. Dadurch ist es ihm gelungen, den Verbrauch an Schwefel-kohlenstoff auf % p. C. des gewonnenen Oels herunterzubringen.

Schliesslich wollen wir an dieser Stelle noch auf einige Püblica-tionen hinweisen, welche die Extraction von Fettsubstanzen mittelstSchwefelkohlenstoff und deren weitere Verarbeitung zum Gegenständehaben. Hierher gehören zunächst schon 1865 veröffentlichte Bemer-kungen von Dullo 1 ), welcher die Schwefelkohlenstoffextraction vonOelsaaten als eine ephemere Erscheinung am industriellen Himmel be-trachtete, eine Auffassung, welche schon damals 2 ) bezweifelt, wie ausder vorstehenden Skizze ersichtlich, sich nicht bestätigt hat; ferner

) Dullo, Dingl. pol. J. CLXXVI11, 258; Wagn. Jaliresber. 1865, 559.

2 ) Vergl. End. Wagner, Wagn. Jaliresber. 1885. 559.