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Gruppe III. Chemische Industrie.
tend erhöht. Die Tiegel werden, wie in jeder anderen Töpferei, aufder Drehscheibe geformt oder in einer besonderen von den Herren Mor-gan und Hyles construirten Maschine’) durch starken Druck gepresst.
In der Fabrik von J. H. Gautier & Comp, in Jersey, Nordame-rika, werden die Tiegel in der Weise erhalten 2 ), dass der Graphit-klumpen in eine Gypsform geworfen wird, welche auf einer sehr raschrotirenden Scheibe steht. Hier wird er durch Centrifugalkraft. gegendie Wände der Form getrieben und erhält dann im Innern durch denverticalen Arm eines gebogenen Hebels die gewünschte Form.
Die Tiegel werden schliesslich getrocknet und in Porcellanöfengebrannt. Die Tiegel sind hierbei in Kapseln gestellt, um zu vermei-den, dass der Graphit an der Oberfläche verbrenne. Geschieht diesdennoch in geringem Maasse, wodurch sie an der Oberfläche grauwerden, so erhalten sie durch Einreiben mit Graphit wieder dasschwarze glänzende Aussehen. *
Eine nicht geringe Menge Graphit wird verbraucht, um eisernenGussgegenständen einen rostschützenden glänzenden Anstrich zu geben.Auch wird er wegen seiner milden Beschaffenheit zur Verminderungder Reibung an Maschinentb eilen benutzt, wobei er sowohl trocken alszarter Staub, als auch mit Fett vermischt in Anwendung kommt.
Das nach dem Brodie’schen Verfahren erhaltene unendlich feineGraphitpulver dient ferner zum Lüstriren des Schiesspulvers. Mangiebt beim Poliren des Pulvers etwas Graphitstaub in die Rollfässer.Es wird hierdurch einerseits erreicht, dass der ausserordentlich dünneUeberzug die Hygroskopicität der Pulverkörner vermindert, anderer-seits wird verhindert, dass durch Reibung der Pulverkörner aneinanderfeiner Pulverstaub gebildet wird, der durch seine rapide EntzündungExplosion veranlassen kann. Der feine Graphitüberzug verlangsamtnatürlich etwas die Fortpflanzung der Explosion von Korn zu Korn.Um diese Verlangsamung auf ein Minimum zu beschränken, ist deshalbnicht gewöhnlich gemahlener Graphit, sondern nach Brodie’s Ver-fahren desaggregirter zu verwenden. Nach Versuchen des Hrn. Abelin den Pulverwerken zu Waltham-Abbey entsprach die Wurfkraft desungeglätteten Pulvers 107‘6 m, während die des mit gewöhnlichemund mitBrodie’schem Graphit polirten Pulvers 89'9 m beziehungsweise99'7 m betrug.
Hr. Fad ei eff 3 ) empfiehlt ein Gemenge von Graphit und Holz-kohle, fein gepulvert, hei der Verpackung und dem Transport vonSchiesspulver zu verwenden. Das Pulver wird mit dem Gemenge ver-mischt und auch in den Tonnen dazwischen eingebettet. Der Graphit
t) Vergl. Deutsche Industrieztg. 1867, 385. 2 ) Wagn. Jahresber. 1866,
337; Deutsche Industrieztg. 1866, 117. 3 ) Vergl. J.Upmann, Das Scliiess-
pulver. Braunsclnv. 1874, 114.