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3,1,1 (1875) Chemische Industrie : mit einem Rückblick auf die Entwicklung der chemischen Industrie während des letzten Jahrzehends
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Kohlenstoff, Graphit. 259

verleiht der ganzen Masse plastische Eigenschaften, welche das Ge-menge compacter machen. Das Pulver wird schwerer entzündlichund hrennt nach der Entzündung langsam und ohne Explosion.Auch nimmt es bedeutend weniger Feuchtigkeit auf als reines Pulver.Vor dem Gebrauch wird das Graphit- und Kohlepulver durch Absiebenvon dem Schiesspulver getrennt.

Die Eigenschaft des nach Brodie gereinigten Graphits, die Elek-tricität weit besser zu leiten, als Kohle, Gascoke, selbst als natür-licher Graphit, macht ihn besonders geeignet zur Anwendung von Plat-ten in der Bunsenschen Batterie. Nach Hrn. Matthiessen ist dieLeitungsfähigkeit des gereinigten Graphits etwa 18mal grösser, alsdie des natürlichen und der Gasretortenkohle und gerade 29mal grösser,als die des in der Bunsen sehen Batterie gebrauchten Coke.

Diese Eigenschaft, sowie die, das feinste unfühlbare Pulver zubilden, sind die Ursachen zu einer interessanten Verwendung desGraphits in der Galvanoplastik. Das Material zu den Abfonnungenfür galvanoplastische Nachbildungen, Gyps, Guttapercha, Wachs u. dgl.,leitet den galvanischen Strom nicht. Um das Metall nun auf den Formenniederzuschlagen, werden diese durch Auspinseln mit Graphitstaub lei-tend gemacht. Der auf diese Weise entstehende Ueberzug ist ein sodünner Hauch, dass selbst die zartesten Vertiefungen nicht ausgefülltwerden, sondern die feinsten Linien in vollkommener Klarheit erhaltenbleiben.

Es soll schliesslich nicht unerwähnt bleiben, dass der Graphit auchin der Papierfabrikation Verwendung findet. Man setzt der Papier-masse kurz vor dem Schöpfen Graphitstaub hinzu. Das so dargestelltegraue Papier ist als Nadelpapier, ßostpapier, bekannt und wird alsPackpapier zum Einschlagen der Näh- und Stricknadeln und andererkleiner feiner Stahlwaaren benutzt; es soll deren Rosten verhindern.Hrn. W. R. Lake wurde folgendes Verfahren zur Darstellung von Gra-phitpapier patentirt 1 ). Ungelerntes Papier wird, wie bei der Darstel-lung von vegetabilischem Pergament, in eine Säurelösung getaucht,und wenn seine Oberfläche gelatinisirt erscheint, behende mit Graphitbestreut, sodann schnell mit Wasser, in welchem etwas Soda gelöstist, gewaschen und sorgfältig getrocknet.

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ff Lake, Dingl. pol. J. CCVII, 260 .