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Kohlenstoff, Graphit.
mittein versetzte und daraus Stifte formte. Man hat auch wohl Graphitmit Schwefel, und ebenso mit Antimon zusammengeschmolzen. Die sohergestellten Stifte waren aber hart und ungleichmässig. Eine wesent-liche Verbesserung in der Bleistiftfabrikation verdankt man dem Fran-zosen Nicolas Jean Conte. Derselbe mischte Graphitmehl mit höchstfein geschlämmtem Thon. Aus der innigen Mischung dieser Substan-zen werden auch heute die Bleistifte fabricirt. Die Masse ist plastischgenug, um geformt zu werden. Dies wird in der Weise bewerkstel-ligt, dass die Masse durch einen kurzen eisernen Cylinder gedrücktwird, an dessen unterer Seite sich ein kleines Loch von der Dicke undder Form des Querschnitts des gewünschten Stiftes befindet. Die soerhaltene Schnur wird in Stücke von der erforderlichen Länge zer-schnitten und diese werden gut getrocknet und ausgeglüht. Durchgeeignete Abänderungen in der Menge des Thonzusatzes werden Blei-stifte von verschiedener Härte und Schwärze hergestellt. — In derweltberühmten A. W. Faber’sehen Fabrik zu Stein bei Nürnberg wirdder vorzügliche Alibert-Graphit von Batougal in Südsibirien , nahe derchinesischen Grenze, verarbeitet.
Eine andere wichtige Verwendung findet der Graphit zur Herstellungder feuerfesten Schmelztiegel, die in Deutschland meist unter demNamen Passauer oder Ipser Tiegel bekannt sind. Die Vortheile, dieserTiegel bestehen darin, dass die Tiegelmasse die Wärme gut leitet, deshalbkönnen die Tiegel gut einen raschen Temperaturwechsel vertragen. Fernerhaben sie eine glatte Oberfläche, so dass das geschmolzene Metall beimAusgiessen vollkommen auslaufen kann und nicht in den Poren zurück-bleibt. Sie sind sehr feuerbeständig und widerstehen gut der chemischenEinwirkung der Metalloxyde. Zur Herstellung dieser Tiegel eignetsich besser der Graphit von blättriger Structur (z. B. Ceylongraphit),als die derbe oder amorphe Varietät (z. B. böhmischer Graphit). Jenerist dichter, widersteht deshalb besser dem Feuer und die Blättchen-structur wirkt dem Eeissen der Tiegel entgegen. Die in den Krupp-schen Hütten zu Essen angewendeten Gussstahltiegel werden grossen-theils aus Schwarzbach’schem Graphit angefertigt.
In der grossen Fabrik der Patent Plumbago Crucible Com-pany zu Battersea bei London werden jährlich Tausende von Centnerndes schönen Ceylongraphits zu Tiegeln verwendet. Der feingemahleneGraphit wird mit dem vorzüglichen feuerfesten Thon von Stourbridgein verschiedenen Verhältnissen innig gemischt. Die trockne Mischungwird massig angefeuchtet und behufs der gleichmässigen Durchfeuch-tung einige Zeit liegen gelassen. Sie wird alsdann in einen Thon-schneider gebracht, in welchem sie sehr gleichmässig durchgearbeitetwird, darauf in Blöcke geformt, die wieder mehrere Wochen langlagern. Durch dieses Lagern wird die Plasticität der Masse bedeu-
Wiener Weltausstellung. III.