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Gruppe III. Chemische Industrie.
Phosphor, insofern er in der gewöhnlichen oder rothen Modificationauftritt (vergl. S. 221), ein anderes eclatantes Beispiel darbietet, mitdem Worte „allotropisch“ {aXXotQonog, von ungleicher Beschaffenheit)bezeichnet; allein inan hat nur ein Wort erfunden, die Ursache dieserVerschiedenheit der Eigenschaften bleibt unenthüllt.
Der Kohlenstoff ist, wie schon Eingangs bemerkt wurde, am ver-breitetsten in der Classe der organischen Körper. Er ist ihr wesent-lichster Bestandtheil; ein Körper, in dem er nicht enthalten ist, gehörtnicht zu den organischen Verbindungen.
Die meisten von Pflanzen und Thieren herrührenden Stoffe, welchewegen ihres Gehaltes an Kohlenstoff von technischer Bedeutung sind,dienen zu Zwecken der Beleuchtung und Heizung. Hierher gehörendie einfachsten organischen Verbindungen, die ausser Kohlenstoff nurnoch Wasserstoff enthalten, die Kohlenwasserstoffe, besonders diejenigen,welche das Petroleum bilden, und in dieser Form von Tag zu Tagausgedehntere Anwendung finden. Hierher gehört die Cellulose nebstden übrigen Körpern, welche in ihrer Gesammtheit das Holz aus-machen. Hierher gehören die Zersetzungsproducte, in die das Holzdurch säculare Einwirkung von Naturkräften übergeht, welche ihm diemeisten Bestandtheile zu entziehen und dasselbe auf den Kohlenstoffzu reduciren bestrebt sind: der Torf, die Braunkohle, die Steinkohle,der Anthracit.
Der Werth dieser Körper als Brennmaterialien, deren nähere Be-trachtung über die diesem Berichte gestatteten Grenzen hinausgeht, be-ruht darauf, dass der in ihnen enthaltene Kohlenstoff eine chemischeVerbindung mit dem Sauerstoff eingeht, d. h. verbrennt, grösstentheilszu Kohlensäure, bei welchem Process durch die Verbindung.von je 12 gKohlenstoff mit je 32 g Sauerstoff 96 Wärmeeinheiten entwickeltwerden; d. h. die Temperatur von 96 Kg Wasser wird um 1° C. erhöht.Das Verbrennungsproduct, die Kohlensäure, ist auch das Product derRespiration der Thiere, die ja auch nichts anderes als eine Oxydationder kohlenstoffhaltigen Nahrungsmittel ist, welche in letzter Instanz vonden Pflanzen herrühren. Die Kohlensäure, die sauerstoffreichste Ver-bindung des Kohlenstoffs, ist wiederum die Nahrung der Pflanzen,welche diese aus der Atmosphäre zu sich nehmen. In ihrem Organis-mus entstehen daraus durch Reductionsprocesse die complicirtesten or-ganischen Verbindungen. So ist die Kohlensäure in ewigem Kreislaufder Vermittler des Lebens der Pflanzen- und Thierwelt.
Sie ist aber auch das eigentliche Bindeglied zwischen dieser undjener einerseits und der starren unorganischen Natur andererseits; auchin der Mineralwelt treffen wir sie in unendlicher Fülle an. Sie kommtin freiem Zustande häufig durch Spalten'aus dem Erdinnern, sie istin Mineralquellen enthalten, und ihre Salze, die Carbonate, bilden eine