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3,1,1 (1875) Chemische Industrie : mit einem Rückblick auf die Entwicklung der chemischen Industrie während des letzten Jahrzehends
Entstehung
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Kohlenstoff und Kohlenstoffverbindungen.

Kohlenstoff, Graphit.

Von Dr. Rud. Biedermann,

Assistenten am Berliner Universitätslaboratorium.

Die Rolle, -welche der Kohlenstoff unter den Elementen spielt, hatihren weitesten Schauplatz auf dem Gebiete ,der organischen Körper,deren wesentlichster Bestandtheil jener ist; aber auch in der unorga-nischen Chemie, in der Welt der Mineralien, nimmt der Kohlenstoffeinen wichtigen Platz ein. Hier tritt er als Element auf und zeigtsich dabei in Formen, die so verschieden sind von der elementarenForm, in der er aus den organischen Verbindungen abgeschieden werdenkann, dass hei alleiniger Betrachtung der Form und der physikali-schen Eigenschaften die Identität der sich so verschieden zeigendenSubstanz kaum glaublich erscheint. Wo in der That giebt es grös-sere Verschiedenheiten, als diejenigen, welche die drei Körper Holz-kohle , Diamant und Graphit unterscheiden? Die erstere ist amorph,schwarz, undurchsichtig, leicht, porös, zerreiblich, ein Leiter derElektricität. Der Diamant krystallisirt im regulären System, erbesitzt ein ausserordentliches Lichtbrechungsvermögen, er ist der här-teste aller Körper und ein Nichtleiter der Elektricität. Der Graphitkrystallisirt in Formen des hexagonalen Systems, er ist grauschwarz,undurchsichtig, metallisch glänzend, sehr weich und abfärbend, er leitetdie Elektricität. Und dennoch, seitdem die Akademiker del Cimentoin Florenz im Jahre 1694 zum ersten Male den Diamant verbrannten,und Scheele im Jahre 1778 den Graphit mit Salpeter verpuffte undbei beiden Versuchen als Verbrennungsproduct dieselbe Kohlensäureerhalten wurde, welche beim Verbrennen gewöhnlicher Plolzkohleentsteht, ist die substantielle Identität der drei Körper zweifellosbewiesen.

Man hat die verschiedenen Zustände, in welchen einfache Körperungleiche Eigenschaften besitzen, ein Verhalten, für welches der

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