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3,1,1 (1875) Chemische Industrie : mit einem Rückblick auf die Entwicklung der chemischen Industrie während des letzten Jahrzehends
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Phosphor und Zünchvaaren.

sische Wohl ihrer Bürger besorgten Staatsregierungen durch gesetz-liche Bestimmungen zu vermitteln keinen Anstand nahmen, nachdem manin dem neuen Chromgrün einen vollständigen Ersatz gewonnen hatte.Uebrigens dürfte auch der Widerstand der Fabrikanten gegen die Einfüh-rung des amorphen an die Stelle des gewöhnlichen Phosphors keinallzu heftiger sein, da eine Fabrik, die mit gewöhnlichem Phosphorarbeitet, an ihren Dispositionen fast gar nichts zu ändern braucht,um sich für amorphen einzurichten.

Auch spricht zu Gunsten des gewöhnlichen Phosphors dem amorphengegenüber weder die grössere Wohlfeilheit, noch die Güte der damiterzeugten Waare, noch endlich die Leichtigkeit der Fabrikation. ImGegentheil stellen sich alle diese Factoren zu Gunsten des amorphenPhosphors, ganz abgesehen von der absoluten Unschädlichkeit desletzteren. Für neu einzurichtende Fabriken ist noch der Vortheil vor-handen, dass sie bei Anwendung des amorphen Phosphors weder fürkostspielige Ventilationen noch für besonders hohe Arbeitsräume zusorgen hätten, indem wie bei jeder anderen Fabrikation nur jene Ein-richtungen zu treffen wären, die wegen Anhäufung vieler Menschen ineinzelnen Räumen im Allgemeinen geboten sind.

DieCompagnie generale des allumettes chimiques, welchedurch ein neues französisches Gesetz das Monopol der Zündholzindustrieerhalten hat, wird hoffentlich nicht verfehlen, hierin mit gutem Beispielevoranzugehen, da es gerade ihr, wegen der Concentration der ganzen Fa-brikation, ein Leichtes wäre, diesen Fortschritt auch in ihrem eigenenInteresse auszubeuten. Es käme ihr bei diesem Vorgehen überdiesnoch der Umstand zu statten, dass der ebenso talentvolle als thätigeFabrikant, Hr. Coignet in Lyon, welcher dieser Gesellschaft selbstangehört, amorphen Phosphor in grossem Maasstabe schon längst erzeugt.

Die in ihrer Verbreitung denen mit gewöhnlichem Phosphor amnächsten kommenden Zündhölzchen sind die, von Böttger zuerst an-gegebenen, mit getrennter Reibfläche, jetzt gewöhnlich Sicherheitszündergenannt. Die Fabrikation dieser Zündwaare hat namentlich in Schwedeneinen bedeutenden Aufschwung genommen, eine Thatsache, die zwarbereits allgemein anerkannt, aber noch ganz besonders durch die sehrvollständigen Angaben erhärtet wird, welche die - schwedischen Fabri-kanten den von ihnen ausgestellten Zündobjecten beizugeben so ver-ständig waren. Um wieviel lehrreicher und nützlicher könnten dieAusstellungsberichte sein, wenn die Aussteller anderer Länder einGleiches gethan hätten!

Ueber die Zusammensetzung der für diese Waare in Schwedengebrauchten Zündmasse herrscht jedoch immer noch einige Ungewiss-heit, wahrscheinlich ist sie in den verschiedenen Fabriken nicht ganzdieselbe. Nach Jettei, der eine Analyse der Masse, die von Eri-wan ek im Laboratorium von Prof. Hlasiwetz ausgeführt wurde,