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Gruppe III. Chemische Industrie.
und vor der Einwirkung des Lichtes geschützt, wasserheller, heiniedriger Temperatur spröder Körper, der schon bei 15° C. dieOlnsistenz des Wachses annimmt. Ungeachtet dieser wachsartigenBeschaffenheit besitzt er dennoch eine vollkommen krystallinischeTextur, was man leicht erkennt, wenn man denselben einige Zeit derEinwirkung von verdünnter Salpetersäure, die ihn schwach angreift,aussetzt, wo dann die Oberfläche bald moirirt erscheint. Die einzelnenKrystalle, die man aus Lösungsmitteln erhält, sind deutliche Oktaeder,ganz von dem Aussehen des gewöhnlichen Phosphors, so dass mandenselben füglich den oktaedrischen nennen sollte J ).
In Berührung mit der feuchten Atmosphäre leuchtet derPhosphor im Dunkeln, in Folge einer sehr langsamen Oxydation unterBildung von phosphoriger Säure, die zuletzt in Phosphorsäure über-geht; hierbei wird ein kleiner Theil des ungebundenen Sauerstoffes indie unter dem Namen Ozon bekannte Modification desselbenübergeführt.
Die hierbei sich verbreitenden Phosphordämpfe wirken einge-athmet sehr giftig, indem sie jene Krankheit, die Phosphornekrose,erzeugen, welche mit der Auflockerung der Kieferknochen beginnt und mitder gänzlichen Zerstörung derselben endigt, und der schlecht genährte,oder scrofulöse Individuen besonders rasch erliegen. In den Magengebracht, wirkt der Phosphor ebenfalls als starkes Gift.
Seinem chemischen Verhalten nach gehört der Phosphor in jeneGruppe der Grundstoffe, in welche der Stickstoff, das Arsen, das An-timon, und vielleicht noch eines oder das andere der übrigen Elementeeingereiht werden muss.
Unter Wasser aufhewahrt, überzieht sich der gewöhnliche Phos-phor bei Einwirkung des Tageslichtes mit einer weissen Kruste, diesich nach und nach ablöst. Man war über die Natur - dieses Körperslängere Zeit im Zweifel. Nachdem aber E. Baudrimont * 2 ) gezeigthat, dass diese Kruste sich nur bei Zutritt von Sauerstoff bildet, undalle Eigenschaften des gewöhnlichen Phosphors besitzt, so unterliegtes kaum mehr einem Zweifel, dass dieselbe nichts ist als gewöhnlicherPhosphor, der, begünstigt durch die Gegenwart des Wassers, von den,vom Sauerstoff angefressenen Phosphorstangen theilweise abbröckelt.
Endlich- sei hier auch noch der schon lange bekannte, sogenannteschwarze Phosphor erwähnt, welcher nach Thenard beim raschenAbkühlen von vorher oft destillirtem Phosphor erhalten wird, eine Ope-ration, welche jedoch, beiläufig bemerkt, dem Berichterstatter niemalsgelungen ist. Nach Blondlot 3 ) kann der Phosphor aber auch heim
J ) Mitscherlich beobachtete den Phosphor in Dodekaedern krystallisirt.
2 ) Baudrimont, Compt. rend. LXI, 857, 1866; Zeitschr. f. Chem. N. F. II,
31, 1866. s ) Blondlot, Oompt rend. LX, 830; Gmelin, Hdb. d. Ch. vonKraut, I, Abth. 2, 103.