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Phosphor und Zündwaaren.
langsamen Abkühlen schwarz werden, nur muss er vollkommen reinund wasserhell sein. Die schwarze Farbe soll durch einen dem gewöhn-lichen Phosphor in sehr geringer Menge beigemengten schwarzenKörper bedingt werden, der beim Auflösen in Kohlensulfid zurück-bleibt, und bei der Destillation zuerst mit übergeht, so dass die letz-ten Tropfen farblos sind. Der schwarze Phosphor ist etwas weicherals der gewöhnliche, unterscheidet sich aber sonst nur wenig von die-sem. Die Natur des schwarzen, dem gewöhnlichen Phosphor beige-in engten Körpers, dessen Bildung durch die Einwirkung von Queck-silber begünstigt werden soll, ohne dass dieses in demselben sich findet,ist zur Zeit noch unbekannt, daher es sich nicht entscheiden lässt, obman es, wie Blondlot meint, mit einer eigenthümlichen Modificationoder nur mit einer Verunreinigung des Phosphors zu thun hat.
Seit dem Jahre 1848 kommt im Handel unter dem Namen rother,oder besser, amorpher Phosphor 1 ) eine allotrope Modification desoktaedrischen Phosphors vor, die sich in ihren wesentlichen Eigen-schaften so sehr von diesem unterscheidet, wie dies selbst bei den allotro-pischen Modificationen des Kohlenstoffs, dem Buss, Graphit und Diamant,kaum in höherem Grade der Fall ist 2 ).
In compacten Stücken erscheint der amorphe Phosphor als einundurchsichtige?, röthlich brauner, an den Bruchflächen fast eisen-schwarzer Körper von unvollkommenem Metallglanz, gewissen Eisen-glasköpfen sehr ähnlich. -Er ist spröde, leicht zerbrechbar, besitztvollkommen muscheligen Bruch mit scharfen Bändern. Die Dichtedesselben beträgt 2'106, die Härte liegt zwischen der des Ivalkspathes
\ 1 ) Da er niemals rein roth. ist und überhaupt nach Umständen eine ver-schiedene Farbe zeigt.
2 ) In dem durch die Generaldirection der Wiener Weltausstellung heraus-gegebenen offlciellen Berichte über die III. Gruppe, Section 5, findet sichSeite 3 eine Stelle, in welcher es heisst: . . . „kurz nachdem in Schröt-ter’s Laboratorium die nicht giftige und schwer . entzündliche, rotheModification des Phosphors entdeckt worden war“ u. s. w. Diese Stelle muss, wennsie der Wahrheit entsprechen soll, lauten: ..... „kurz nachdem vonSchröt-ter die nicht giftige Modification des Phosphors entdeckt worden war“ u. s. w.Ich sehe mich daher nach 27 Jahren wieder einmal veranlasst zu erklären,dass Niemand, der zu jener Zeit in meinem Laboratorium gearbeitet hat, einenAnspruch auch nur auf eine nennenswerthe Betheiligung an dieser Ent-deckung hat. Die erste hierauf bezügliche Thatsache habe ich bereits imahr e 1845 beobachtet, worüber sich Mittheilungen in den Sitzungsberichtender kais. Akad. d. Wissensch. in Wien, Bd. I, S. 25, und in den DenkschriftenBd. 1, S. 1, und Bd. 2, S. 127; ferner in Bd. 1 der Sitzungsberichte S. 48,Bd. 4, S. 59 und S. 156 finden. Das anderweitige Material über diesen Ge-genstand ist mit bistorischer Treue in dem Berichte zusammengestellt, wel-chen A. W. Eofmann über Classe II, Sect. A. in den Reports by theJuries etc. der internationalen Ausstellung in London im Jahre 1862 erstattethat. (Siehe den Art. „Phosphorus“ auf S. 93.)' (A. v. S.)