201
Salpetersäure und ihre Salze.
arbeitet in offenen viereckigen Behältern, die besser eingerichtetenaber in geschlossenen eiförmigen Kesseln, welche mit zwei beweg-lichen Deckeln versehen sind, von denen der obere zum Einfüllendes Caliche, der untere zum Entleeren des erschöpften Minerals dient.Die Masse ruht auf einem durchlöcherten Boden, der in ungefähr 1 / ider Höhe des Kessels angebracht ist und aus vier in Angeln beweg-lichen Stücken besteht. Die Kessel werden mit dem zerkleinertenRohmaterial in ihrer ganzen Höhe, mit Mutterlauge zur Hälfte angefülltund durch directen Dampf erhitzt, welcher aus vier bis unter den fal-schen Boden reichenden Röhren einströmt. In 1 1 / 4 bis 2 1 / 2 Stunden istdie Flüssigkeit genügend mit Salpeter gesättigt und wird in Klärbotticheabgelassen; nach mehrstündiger Ruhe üiesst die klare Lauge in flacheKrystallisirgefässe, die an einem möglichst freien, dem Winde zugäng-lichen Orte angebracht sind. In neuester Zeit hat man noch einenzweiten Klärbottich eingeschaltet, worin die Lauge circa 1 / 2 Stundebleibt, um das mechanisch suspendirte Kochsalz abzusetzen, ehe sie indie Krystallisirgefässe gelangt.
Der in dem Siedekessel bleibende Rückstand, welcher noch zwischen15 und 35 p. C. Natriumsalpeter enthält, wird entweder sofort entleertoder noch mit Brunnenwasser ausgekocht. Das Entleeren der geschlos-senen Kessel geschieht einfach durch Herablassen des unteren Bodens,wodurch der Rückstand in untergeschobene Wagen fällt, in denen eraus der Fabrik weggefahren wird. Die in den Krystallisirgefässen abge-schiedenen Salpeterkrystalle werden nach dem Abtropfen der Mutter-lauge auf einer grossen dem Luftzuge ausgesetzten Fläche (Genchagenannt) in Schichten von 30 bis 50 cm Dicke ausgebreitet und unterhäufigem Umarbeiten getrocknet. Die Gesammtkosten für 1 CentnerChilisalpeter bis zur Einfuhr nach Europa berechneten sich im Jahre1871 nach Langbein durchschnittlich:
Productionskosten . . .
Transport zum Hafen.
Verschiffungskosten . .
Fracht nach Europa .
Kosten daselbst ....
W. Lloyd 1 ) berechnete im Jahre 1868 die Darstellungskostenauf 8'40 Rmk. pr. Centner, die Preiserhöhung trotz des verbessertenReinigungsverfahrens hat ihren Grund in der enormen Steigerung derArbeitslöhne und der Frachten nach dem Hafen Iquique. Obgleichdie Salpeterdistricte seit einigen Jahren durch eine Eisenbahn mit dem
3'25 Rmk.2-40 „
0’25 „
275 „
0-25 „ _
8‘90 Rmk.
*) Lloyd, Wagn. Jahres!). 1869, 247.