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Gruppe III. Chemische Industrie.
Hafen verbunden sind, wird doch noch der grösste Theil der producirtenWaare auf Maulthieren transportirt.
Die Exportation des Salpeters ist in stetem Zunehmen begriffen,wie folgende Zahlen beweisen:
1830 . . . 18 700 Ctr. 1860 ... 1 370248 Ctr.
1835 ... 140 399 „ 1870 ... 2 943 413 „
1840 ... 227362 „ 1871 ... 3 605 906 „
1850 . . . 511 845 „ 1872 mehr als 4 Mill. Ctr.
Durch Decret vom 12. Juli 1873 hat die Peruanische Regierungden Verkauf des Salpeters selbst in die Hand genommen und dieQuantität der jährlich zu exportirenden Waare auf 4 1 / 2 MillionenCentner fixirt. Ueber die Wirkung dieses Monopols auf den Salpeter-handel lässt sich bis jetzt noch kein Urtheil abgeben.
Als Beispiel der Zusammensetzung des in Europa importirten ge-reinigten Natronsalpeters soll eine von R. Wagner 1 ) publicirte sehrvollständige Analyse hier Platz finden:
Natriumnitrat.94'03
Natriumnitrit. 0'31
Natriumchlorid. 1'52
Natriumsnlfat. 0'92
Natriumjodat. 0’29
Kaliumchlorid. 0'64
Magnesiumchlorid . . . 0'93
Borsäure. Spur
Wasser. 1'36
100-00
Die Mutterlauge der Raffinerien enthält von 2 1 / 2 bis 5 g Jod imLiter und wird auch von einigen Fabriken in Peru auf Jod verarbeitet.(Vergl. auch S. 137 u. 139 dieses Berichts.)
Ueber die Entstehung der mächtigen Salpeterlager in Peru habenverschiedene Forscher ihre Ansichten veröffentlicht, ohne jedoch einevöllig genügende Erklärung zu geben; fast will es scheinen, als hättenbei ihrer Bildung bis jetzt unbekannt gebliebene Bedingungen obgewaltet.Nach H. Reck 2 ) soll der Chilisalpeter das Oxydationsproduct grosserLager vonGuano sein, wobei jedoch, wie schonNöllner richtig bemerkt,unerklärt bleibt, wohin die grosse Masse von schwer löslichem Calcium-phosphat gekommen, während das so leicht lösliche Natriumnitrat zu-rück geblieben ist. Die Ansicht von C. Nöllner a ) hat wohl die grössteWahrscheinlichkeit für sich; er glaubt, dass in Folge von Stürmengewaltige Massen von Seetangen in jene Bucht von Südamerika geworfenwurden, die sämmtlich stickstoffhaltig sind und durch ihre langsame
*) R. Wagner, Wagn. Jahresber. 1869, 248. 2 ) H. Reck, Berg- u.
Hüttenm. Zeit. 1863, 188, 207, 225, 229 ; Wagn. Jahresber. 1863, 303.3 ) 0. Nöllner, Journ. f. prakt. Chemie CII, 459; Wagn. Jahresber. 1868, 290.