194
Gruppe III. Chemische Industrie.
Der Gehalt des Gaswassers an Ammoniakverbindungen ist ein sehrwechselnder; da es aber im Interesse der Gasreinigung liegt, das Ammo-niak möglichst vollständig zu absorbiren und thunlichst starke Concen-tration den Werth des Gaswassers wesentlich erhöht, so liefern dieGasfabriken in letzter Zeit das Wasser von meist höherem Ammoniak-gehalt als früher.
Die annähernde Werthbestimmung des Ammoniakwassers wirdmit dem Aräometer ausgeführt; da jedoch das Volumgewicht des Gas-wassers sowohl durch die Qualität des ursprünglich zum Waschen desGases verwendeten Wassers als auch durch die Anwesenheit fremdartigerBestandtheile erheblich beeinflusst wird, so ist die aräometrische Werth-bestimmung eine sehr unsichere, wie folgende Tabelle erweist, in welcherdie bei der Analyse verschiedener nach der Anzeige des Aräometersgleichwerthigen Gaswasser erhaltenen Versuchsprocente znsammen-gestellt sind.
Grade Beaume bei 15° C.
Der Gehalt an fhdrtem Ammoniak ist durchschnittlich 0‘3 p. C.,gleichgültig, ob die Aräometergrade höhere oder niedere sind. DerSchwefelgehalt ist im Mittel 0‘33 bis 0’50 p. C.
Die Verarbeitung des Gaswassers geschieht jetzt fast allgemein inder Weise, dass man das Gas durch Destillation in eisernen Kesselnaustreibt, indem man die Kessel entweder durch directes Feuer oderdurch gespannten Dampf erhitzt, oder indem man gleichzeitig in die