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3,1,1 (1875) Chemische Industrie : mit einem Rückblick auf die Entwicklung der chemischen Industrie während des letzten Jahrzehends
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Ammoniak und Ammoniaksalze.

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erwärmte Flüssigkeit Luft einbläst (J. Braby) und J. Baggs.) Einigeenglische Fabrikanten bedienen sich ähnlicher Apparate wie dieScrub-bers der Gasfabriken, in denen das Gaswasser von oben einfliesst,während der gespannte Dampf von unten anfsteigt, ein Verfahren,welches insofern zu beanstanden ist, als solche Fabriken Kalk entwedergar nicht oder doch nur in sehr unzweckmässiger Weise zur Anwen-dung bringen können 2 ).

In der Fabrik von van der Eist und Matthes in Amsterdamwerden die Gaswasser der meisten holländischen Gasanstalten, welchedem Etablissement in besonders construirten Barken auf den zahlreichenCanälen zugehen, in folgender Weise auf Ammoniumsulfat verarbeitet.

Die Wasser werden aus eisernen Destillirgefässen, welche 35 bis50 Hl Flüssigkeit fassen, durch gespannten Dampf destillirt, welcher vonfünf Dampfkesseln von je 30 Pferdekräften geliefert wird. Die Destil-lirkessel stehen in gleicher Höhe und bilden jedesmal paarweise einenApparat, aus welchem man, da die Kessel durch Wechselhähne in Ver-bindung stehen, alternirend destilliren kann.

Die flüchtigen Ammoniakverbindungen werden zunächst ohneKalkzusatz abdestillirt, alsdann wird die zur Zersetzung der fixenAmmoniaksalze nöthige Menge Kalkmilch durch Dampfdruck eingeführt.Die Destillationsproducte gelangen zuerst in einen Sammelapparat, undvon hier, durch fünfzöllige (13 cm) Ventilhähne abwechselnd in grosseSchwefelsäurerecipienten, in welchen das Ammoniak, da die Hähnegestatten, die Producte beliebig aus dem einen in den anderen Reci-pienten zu leiten, ohne den geringsten Verlust absorbirt wird.

) J. Braby, Chem. News XX, 182. 2 ) Die folgende Beschreibung

des in der Fabrik der Herren Jaffeu. Darm Städter in Berlin zur Salmiakgeist-fabrikation angewendeten Apparates verdankt der Herausgeber Hrn. Dr. L.Darmstädter. Derselbe besteht aus drei übereinanderliegenden Kesselnvon circa 50 Hl Inhalt, von denen die beiden untersten durch directe Feue-rung erhitzt werden und mit Rührwerken zur innigen Mengung des Kalkesmit dem Gaswasser und Verhütung des Anbrennens des Kalks versehen sind.Der oberste Kessel dient als Vorwärmer und gewissermaassen als Dephlegmator.Vom dritten Kessel wird das Gas zur Entfernung des noch beigemengtenWasserdampfs durch ein möglichst ausgedehntes, am besten 20 bis 25 mlanges System von Liebig sehen Kühlern geführt und gelangt von da end-lich in die 'Waschflaschen und Condensationsapparate, die unter sich wiederdurch mit Holzkohle gefüllte Rohre verbunden sind, welche etwaige Restevon Empyreuma entziehen sollen. Durch genügende Länge der Rohrleitungund Einschaltung mehrerer Waschflaschen gelingt es, einen völlig chemischreinen Salmiakgeist zu erzielen. Bei der Darstellung des Salmiakgeists istes selbstverständlich erforderlich, die ganze Menge des zur Zersetzung nöthigenKalks vor Beginn der Operation in die Kessel einzubringen, da sonst leichteine Verunreinigung des Productes durch flüchtige Ammoniak Verbindungen(Schwefelammonium, Ammoniumcarbonat) stattfinden würde.

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