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3,1,1 (1875) Chemische Industrie : mit einem Rückblick auf die Entwicklung der chemischen Industrie während des letzten Jahrzehends
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Gruppe III. Chemische Industrie.

Pelouze 1 ) publicirte 1861 ein V erfahren, nach welchem man die Kiesezur Bestimmung des Schwefelgehaltes mit chlorsaurem Kalium und einergewogenen Menge reinen Natriumearbonats im Platintiegel aufschliesst.Die geschmolzene Masse wird in Wasser gelöst und der Ueberschuss vonSoda volumetrisch durch Sättigung mit einerSäure bestimmt. Barr es wilmachte auf die Fehlerquelle dieser Methode bei Gegenwart von Arsen-verbindungen in den Pyriten aufmei'ksam. Bottomley und Boche-r off wiesen ebenfalls auf die Ungenauigkeiten derselben hin. J. Kolb 2 )hat interessante vergleichende Versuche über Schwefelbestimmungen mit-telst der vorhin erwähnten ponderalen und der von Pelouze angegebe-nen volumetrischen Methode angestellt. Die Resultate differirten ummehrere Procente. Kolb fand die Fehlerquelle einerseits in der Bildungvon Natriumsilicat und andererseits in der Zersetzung des Kaliumchloratsbei Gegenwart von Eisenoxyd in Chlor, Sauerstoff und Aetzkali. Kolbschlägt vor, das fein gepulverte Erz mit 5 g Soda und 50 g Kupfer-oxyd bei dunkler Rothgluth zusammen zu schmelzen; die geschmol-zene Masse mit heissem Wasser zu behandeln, zu filtriren und imFiltrat die überschüssige Soda volumetrisch zu bestimmen.

In den Freiberger Fabriken mengt man 3 ) 1 g fein geriebenen Kiesmit 3 g wasserfreiem Natriumcarbonat und eben so viel Salpeter. DiesesGemenge bringt man in ein eisernes Schälchen, schmilzt es in einerrothglühenden Muffel zusammen, löst es in heissem Wasser auf undfütrirt die Lösung in ein Becherglas, in dem sich etwas Salzsäure be-findet, welche die überschüssige Soda sättigt. Dann lässt man dieFlüssigkeit, die sauer reagiren soll, kurze Zeit sieden und bestimmt diedarin enthaltene Schwefelsäure, welche dem Schwefelgehalt des Kiesesäquivalent ist, volumetrisch mit Chlorb.ariumlösung, die man so gestellthat, dass je 1 Cubikcentimeter derselben p. C. Schwefel anzeigt.

Verwerthung der abgerÖ3teten Schwefelkiese. In derfranzösischen Abtheilung der Wienei Weltausstellung hatte die che-mische Fabrik der Gesellschaft St. Gobain, Chauny & Cirey Eisenausgestellt, welches aus nicht kupferhaltigen Schwefelkiesrückständendargestellt worden war. Die gute Abröstung der Schwefelkiese,welche die Erze zur Verhüttung auf Eisen tauglich macht, soll dadurchbewerkstelligt werden, dass man die Feinkiese in dünnen Schichtenerkalten lässt und zu wiederholten Malen im Perr etschen Ofen ab-röstet. Diese Röstung wird in der Weise vorgenommen, dass abwech-selnd eine Platte mit Abbränden und die folgende mit frischem Kiesbeschickt wird. Die bei der Verbrennung des Feinkieses sich ent-

Pelouze, Ann. chim. pliys. [3] 63. 2 ) J. Kolb, Notes sur

lessai des pyrites de fer, 1869. 3 ) Schwarzenberg in der Seite 154 ange-

führten Schrift, 424.