Druckschrift 
3,1,1 (1875) Chemische Industrie : mit einem Rückblick auf die Entwicklung der chemischen Industrie während des letzten Jahrzehends
Entstehung
Seite
163
Einzelbild herunterladen
 

Fabrikation der Schwefelsäure. 163

Die genannten Plattenöfen geben in den meisten Fällen rechtbefriedigende Resultate.

In Oker im Harz wurde der Plattenofen für kupferarme schwefel-kiesreiehe Klopfabfälle gebaut, wie solche der Rammeisberg massenhaftliefert. Der dortige Betrieb änderte sich inzwischen und convenirtees nach Vollendung des Baues nicht, die früher dafür bestimmten Erzeim Plattenofen zu rösten. Man beschickte denselben mit kupferreichenKiesen, war mit deren Entschwefelung unzufrieden und hat den Ofenwieder abgebrochen.

Man hat bis jetzt immer nur einen Plattenofen hinter einem Stück-kiesbrenner gebaut, nicht aber wie beim Perretschen Ofen oberhalbjeder Abtheilung des Stückkiesofens ein System von Platten angebracht.

Für die Verwerthung der Klopfabfälle von Stückkiesen genügt einThurm, wie solcher in den publicirten Zeichnungen näher angegebenist, in welchem innerhalb 24 Stunden 600 bis 1000 Kg Erz von O'lbis 120 Millimeter Korngrösse geröstet werden können. Andere Com-binationen würden eine reichlichere Beschickung ermöglichen; solcheCombinationen werden ohne Zweifel auch gebaut werden.

Die Construction, welche in der oben citirten Zeitschrift 1872Seite 505 beschrieben ist, wird bei der Blenderöstung näher besprochenwerden. Der Betrieb dieses Ofens erfordert zur Heizung die Unter-haltung einer besonderen Feuerung und ist solche Anlage nur dannstatthaft, wenn Kohle und Feinkies billig zu haben sind.

Erfahrene Techniker haben Vorschläge zur Construction vonOefen mit geneigten Platten gemacht, in welchen Feinkiese ohne Nach-wirkung von Stückkies und ohne besondere Feuerung wie beim Ofenvon Maletras geröstet werden könnten. Stehen reiche Kiese zurDisposition, so dürften sich solche Constructionen bewähren; Erfahrun-gen über dieselben fehlen bis jetzt.

Bestimmung des Schwefels i*n den Kiesen. Was diechemische Untersuchung der gerösteten Kiese auf Schwefel betrifft,so wird dieselbe meist so ausgeführt, dass man das fein gepulverteErz im Kolben mit einem Gemenge von zwei Theilen Salpeter-säure und einem Theil Salzsäure erhitzt, zur Trockne eindampftund nochmals mit etwas Salzsäure behandelt, um die überschüssigeSalpetersäure zu verjagen. Alsdann löst man die schwefelsauren Salzedurch Behandlung des Rückstandes mit Salzsäure und Wasser, filtrirtund fällt die Schwefelsäure mittelst Chlorbarium als Bariumsulfat aus.Die Chemiker sind vielfach bestrebt gewesen, den Fabrikanten eineraschere Methode für diesen Zweck anzugeben.

11 *