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3,1,1 (1875) Chemische Industrie : mit einem Rückblick auf die Entwicklung der chemischen Industrie während des letzten Jahrzehends
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Fabrikation der Schwefelsäure.

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werden. Gestatten es die Terrain Verhältnisse nicht anders, sokann der "Wagen eine niedrige Form erhalten und das Schienen-geleise mit dem Niveau der Hüttensohle in gleicher Höhe liegen. DieBeschickung der Oefen mit Stückkiesen geschieht auf der Rhenania beiStolberg und an anderen Orten, wo die Anfuhr auf den Kiesofen keineSchwierigkeiten macht, durch eine im Gewölbe befindliche Oeffnungund dauert dann das Einfüllen nicht länger als zwanzig Secunden.Ist es zu umständlich, die Erze auf den Ofen zu schaffen, so wirft mandieselben mit Schaufeln durch die Arbeitsthüren ein. 400 Kg sind aufdiese Weise in fünf Minuten in den Ofen zu bringen. Da das Chargirenimmer eine Störung für den Ofengang ist, so erscheint es zweckmässig,diese Störung auf die kleinste Dauer zu beschränken.

Arme Stückkiese werden in Freiberg und Oker in sogenanntenKilns geröstet. Es sind dies kleine Schachtöfen mit seitlichem Gas-abzug und niedrigem Gewölbe, in welchem hohe Erzschichten gehaltenwerden *).

Was die Röstung von Feinkies und Graupen betrifft, so geschiehtdieselbe zuweilen in der Weise, dass diese Erze ebenfalls mit denStücken geröstet werden. Dieses Verfahren ist indessen nicht günstig,insofern die Röstung des ganzen Kiesquantums mangelhaft wird.

Besser ist die Verarbeitung des Feinkieses zuKlütten (Stöckeln,boulets, balls). Das feine Erz wird zu dem Ende mit mehr oder we-niger Thon und Wasser gemengt, in Kugeln geformt oder in Stückchengeschnitten. Die getrockneten Klütten werden dann für sich oder mitStückerzen gemischt in den für Stückkies beschriebenen Oefen geröstet.Englische Fabriken, welche spanische kupferhaltige Kiese rösten,mischen die fein gemahlenen Erze mit Wasser (ohne Thon) und for-men den Brei, der durch seinen Gehalt an Vitriol zusammenhängt, zuKlütten.

Für die Röstung der Feinkiese und Graupen sind in den letztenJahren verschiedene Oefen construirt worden.

Im Jahre 1862 führte man in Freiberg die sogenannten Schütt-öfen ein, deren originelle und sinnreiche Construction von MoritzGerstenhöfer herrührt. Dieselben sind in den meisten technischenJournalen beschrieben. In Schwarzenbergs Arbeit über Schwefel-säurefabrikation, S. 415, sind besonders deutliche nach genauem Maassausgeführte Zeichnungen gegeben. F. Bode, Assistent in Gersten-höfers technischem Büreau, beschreibt in seiner Brochüre:Beiträgezur Theorie und Praxis der Schwefelsäurefabrikation die Constructionsehr ausführlich. Er beschäftigt sich zumal eingehend mit allen ge-

*) Vergl. Gra ham-Ottos Lelirb. II. Band, 1. Abth. 549.