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Gruppe III. Chemische Industrie.
gen die Gerstenhöfer’schen Oefen erhobenen Bedenken und suchtdieselben zu beseitigen.
Zur Röstung im Gerstenhöfer’schen Schüttofen müssen die Erzeim feingepulverten Zustande angewandt werden. Die Entschwefelungerfolgt beim Herabfallen der Erze in einem Schachtraume voncirca 5 m Höhe, 1'25 m Breite und 0’80 m Tiefe. Dieser Schacht-raum ist mit dreiseitigen Prismen aus feuerfestem Thon, welchemit einer Kante nach unten und einer Fläche nach oben gekehrt sind,so ausgesetzt, dass zwischen denselben Zwischenräume bleiben und dieeinzelnen Erzkörnchen von einem Prisma aufs andere fallen. DieErze gelangen durch einen Aufgabeapparat continuirlich in den Ofen,die Abbrände werden unten von Zeit zu Zeit entfernt. Der Ofen wirdvor der Beschickung mit Erzen durch Holz oder Kohlen warm ge-feuert; sobald die geschwefelten Erze in den Ofen gelangen, entferntman das Feuer, da nunmehr die Verbrennung des Schwefels in denErzen die zur Röstung erforderliche Temperatur liefert. Von reichenErzen lässt man kleine, von armen Erzen grosse Mengen durch denOfen passiren.
Statt unten im Ofen Roststäbe einzulegen und diese nach demAnwärmen wieder auszuziehen, brachte der Verfasser bei denGerstenhöfer’schen Oefen, welche in Stolberg gebaut wurden, einebleibende seitliche Feuerung an. Dieselbe wurde bei regelmässigemGang mit Steinen zugesetzt, beim Wechsel von Erzen oder Störungenim Betrieb vorübergehend in Gebrauch genommen. In Stolberg zogman auch das Erz direct aus dem Ofen in einen Wagen, welcherunterhalb des Schiebers angebracht ist. Beide Vorrichtungen bezeich-net Bode als Verbesserungen am Gerstenhöfer’schen Schüttofen.
Der Gerstenhöfer’sche Schüttofen gewährt den grossen Vor-theil, dass arme Schwefelerze ohne Brennmaterial geröstet werden kön-nen und dabei reiche für den Bleikammerprocess taugliche Gase vonconstanter Zusammensetzung resultiren. Kommt es hierbei auf voll-ständige Abröstung nicht an, so steht der Gerstenhöfer’sche Ofenunerreicht da. In Vedrin in Belgien, wo der gute Schwefelkies ver-kauft und nur der schlechte zur Darstellung von Säure benutzt wird,werden mit dem Gerstenhöfer’schen Ofen zufriedenstellende Betriebs-resultate erzielt; ebenso in Freiberg, wo nur eine Vorröstung vongemischten Erzen verlangt wird.
Zur Röstung von schwefelreichem Feinkies hat sich der Ofen kei-nen allgemeinen Eingang verschafft, er functionirt weder in Frankreichnoch in England (ausser in Swansea für Kupferstein) und wurde inder chemischen Fabrik zu Chauny (Dep. Aisne), in Widnes (Lanca-shire), in Nienburg a. d. Weser und in Stolberg wegen ungenügen-der Abröstung und zu grosser Flugstaubbildung wieder ausserBetrieb gesetzt.