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Gruppe III. Chemische Industrie.
in der Gypsmauer öffnet, kann man beobachten, ob sieb bereits eineerhebliche Menge geschmolzenen Schwefels — olio nennen ihn dieArbeiter — in dem unteren Theile des Ofens angesammelt hat. Nunbeginnt die Arbeit der Schwefelgiesser ( arditori ). Mittelst eines vornzugespitzten Eisenstabes ( spiedo ) durchbohren sie den unteren Theilder Gypsmauer und fangen den geschmolzenen Schwefel in befeuchtetenFormen aus Pappelholz ( gavite ) auf, welche die Gestalt von abge-stumpften Pyramiden besitzen. Auf diese Weise werden Brode von 50bis 60 Kg — balcite — erhalten, welche ohne Weiteres in den Handelgelangen. Das Ablassen und Giessen des Schwefels wird nicht überallin gleicherweise betrieben. In einigen Gruben lässt man den Schwefelbis zum Schlüsse des ganzen Brandes sich ansammeln, um ihnalsdann auf einmal auslaufen zu lassen, in den meisten zapft man aberden Calcarone im Laufe von 24 Stunden zwei bis drei Mal an undentfernt so den Schwefel, der mittlerweile geschmolzen ist. Die Ent-leerung des Calcarone und seine Vorbereitung für eine neue Beschickungwerden von Arbeitern besorgt, welche scalcaratori heissen.
Die Dauer einer Operation (von Beginn der Beschickung bis zumGuss des letzten Schwefelbrodes) wechselt mit der Capacität des Ofens,mit der Natur des Minerals und mit den atmosphärischen Bedingungen.Bei gleicher Grösse des Ofens dauert sie um so länger, je dichter dasErz und je kälter die Atmosphäre ist. Der Wind beschleunigt, derEegen verzögert den Brand. Im Mittel kann man annehmen, dass dasAusschmelzen in Anspruch nimmt bei einem Rauminhalte des Calcarone
von 50 bis 60 Casse.30 bis 35 Tage,
„ 200 „ 250 „ 50 „ 60 „
,; 400 „ 500 „ 80 „ 90 „
In dem Calcarone sowie in der Calcarella wird ein Theil des Schwe-
fels verbrannt, um die zum Schmelzen des übrigen nöthige Wärmezu liefern. Der Schwefelverbrauch für diesen Zweck ist ein sehrwechselnder und hängt von sehr mannichfaltigen Umständen ab. Erist besonders gross, wenn das Mineral sehr gypshaltig ist, also vielWasser enthält, oder wenn es feucht in den Ofen gebracht wurde, oderwenn während des Brennens heftige Regengüsse stattfinden. Bei langeandauerndem Regen kommt es vor, dass ein Brand vollkommen miss-lingt. Bei gut geführter Operation mit einem Erze, welches 25 p.C.Schwefel, 70 p. C. mergelhaltigen Kalkstein und 5 p.C. Wasser enthält,sollte der Theorie nach die Verbrennung von x / 6 des Schwefels hin-reichen, um die übrigen 4 /s des Schwefels auszuschmelzen; in Wirk-lichkeit aber werden 1 / i und selbst 2 /s verbraucht.
Es bedarf kaum der Erwähnung, dass es an Vorschlägen nichtgefehlt hat, welche diese Verluste zu vermeiden, namentlich aber auch