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3,1,1 (1875) Chemische Industrie : mit einem Rückblick auf die Entwicklung der chemischen Industrie während des letzten Jahrzehends
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Chlor, Brom, Jod, Fluor.

von demselben Stein eingefügt, auf welcher der Braunstein in nuss-grossen Stücken aufgeschichtet wird. Die Steinkufe ist durch einewuchtige Platte von demselben Material geschlossen, welche mittelsteines über eine Rolle geschlungenen Seiles mit Gegengewicht gehobenwird. In dieser Platte sitzt ein dickes Steinzeugrohr für die Ein-führung von Wasserdampf; sie ist überdies mit einem Mannloch sowiemit einer Oeffnung zum Eingiessen der Bromlauge und der verdünntenSchwefelsäure versehen und hat ferner eine Oeffnung, durch welche diein Freiheit gesetzten Bromdämpfe entweichen können.

Nur wenige Steine eignen sich für die Construction dieser De-stillirgefässe. Als man die Bromfabrikation in Stassfurt begann, hatte manin der That grosse Noth, die rechte Sorte zu finden. Fast alle versuchs-weise angewendeten Steine Hessen nach einiger Zeit die Chlormangan-lösung durchsickern und mussten zur Beseitigung dieses Uebelstandesgetheert werden. Allein hierdurch entstand der andere Nachtheil, dassdurch Umwandlung der Theerkohlenwasserstoffe in Bromsubstitute er-hebliche Mengen von Brom verloren gingen und das Brom selbst ver-unreinigt wurde. Dr. Frank schätzt den Verlust für jede neue Theerungauf beiläufig 50 Kg Brom. Neuerdings hat man in der Nähe der PortaWestphalica einen Stein gefunden,' welcher dieser kostspieligen Vorbe-reitung nicht bedarf und direct angewendet werden kann. Nichtsdesto-weniger ist der hohe Preis dieser Steinkufen Veranlassung gewesen,dass man seit einiger Zeit mit Versuchen beschäftigt ist, Destillations-gefässe aus grossen Schieferplatten zusammenzusetzen, welche mittelsteiserner Bänder zusammengeschraubt werden. Zu endgültigen Ergeb-nissen haben diese Versuche noch nicht geführt.

Die Bromlaugen befinden sich in einem grossen, über den Destil-lirgefässen gelegenen Reservoir, in welchem sie durch eine Dampf-spirale vorgewärmt werden können. Der Stand der Lauge wird durcheinen Schwimmer angezeigt: an demselben ist ein Seil befestigt, welchessich über eine Rolle schlingt und am anderen Ende ein über eine Scalagleitendes Gewicht trägt, so dass der Arbeiter bei der Beschickung derDestillirgefässe nur den Weg dieses Gewichtes zu beobachten hat.

Der Steindeckel schliesst durch sein eigenes Gewicht, kann aberdurch aufgelegte Gewichte noch weiter beschwert werden; die Fugen sindüberdies mit plastischem Thon verstrichen. Der Deckel wird, wie bereitsbemerkt, durch ein Gegengewicht gehoben, aber nur dann, wenn der Appa-rat von Neuem mit Braunstein gefüllt wird. Die Füllung beträgt etwa4 Ctr., welche Quantität für eine ganze Reihe von Operationen ausreicht.Nicht alle Braunsteinsorten taugen für diesen Zweck, mittelhartes Mi-neral eignet sich am besten. Die übrige Beschickung sowohl mitBromlauge als auch mit Schwefelsäure erfolgt durch eine der kleinenOeffnungen in dem Steindeckel, welche unmittelbar nach dem Ein-füllen durch einen mit Eisengewichten beschwerten Thpnballen geschlossen