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Gruppe III. Chemische Industrie.
wird. Sobald der Apparat in geeigneter Weise „verpackt“ ist, lässt manden Wasser dampf einströmen und alsbald entweichen reichliche Mengenvon Bromdämpfen durch das in die zweite Oeffnung der Steinplatteeingefügte Bleirohr, welches nach einer von kaltem Wasser umspültenSerpentine führt, in welcher sich das Brom verdichtet. Die ursprüng-liche Bleiserpentine ist längst durch einen Apparat von Steinzeug ersetztworden. Anfangs wurden die ausgezeichneten aber sehr theuern Stein-zeugschlangen der englischen Fabrik „Lambeth Potteries“ ange-wendet, jetzt bedient man sich deutscher Apparate und es werden zumaldie von der Firma Jannasch in Bernburg gelieferten sehr geschätzt.Das untere Ende der Steinzeugserpentine mündet mittelst eines ge-bogenen Glasvorstosses in die mittlere Tubulatur einer grossen drei-halsigen Woulff’schen Flasche von beiläufig 8 1 Capacität, in welchersich Brom und Bromwasser ansammeln. In die eine seitliche Tubulaturist ein verschiebbarer Glasheber befestigt, mit Hilfe dessen das Brom-wasser in Krüge von Steinzeug entleert werden kann; von der anderenTubulatur geht ein gebogenes Glasrohr bis auf den Boden eines nachoben sich conisch erweiternden Eisengefässes, welches mit Wasser undEisenbohrspähnen gefüllt ist. Bromdämpfe, welche sich in der Flaschenicht verdichtet haben, werden von dem Eisen fixirt. Das so gebildeteunreine und chlorhaltige Eisenbromid wird, ebenso wie das abgehobeneBromwasser bei der nächsten Operation wieder in die Destillirgefässegegeben.
Bei der Destillation entwickelt sich im Anfang fast nur Brom, inden letzten Stadien der Operation kommt zuerst Chlorbrom und endlich,wenn kein Brom mehr in dem Apparate vorhanden ist, reines Chlor.Herr Dr. Frank hatte die Güte, zur Instruction des Verfassers eineOperation zu Ende führen zu lassen, so dass die drei verschiedenenPhasen des Processes, durch die Farbe des Gases in dem Glasvorstosseleicht zu unterscheiden, zur Anschauung kamen. In dem regelmässigenFabrikbetrieb geht man indessen höchstens bis zur beginnenden Ent-wickelung von Chlorbrom. Der Arbeiter in den Bromwerkstätten erhältausser seiner Löhnung noch eine Prämie auf das abgelieferte Brom; esliegt daher in seinem Interesse, eine möglichst grosse Anzahl von Opera-tionen auszuführen und da die Bromlauge in genügender Menge zurVerfügung steht, so unterbricht er die Operation, sobald die Destillationdes Broms erlahmt; auch ist die Menge der Schwefelsäure, welcheman einfliessen lässt, so berechnet, dass sie eben noch für die Frei-machung der in einer Beschickung enthaltenen Brommenge ausreicht.Hiernach sollte das gewonnene Brom eigentlich kein Chlor enthalten.In der Praxis findet man aber, dass sich offenbar wegen unvollkommenerMischung der in Wirksamkeit tretenden Agentien auch schon in denfrüheren Stadien der Destillation Chlorbrom entbindet. Auffallend istauch die erhebliche Menge von Säure (Salzsäure ?) welche gegen das