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Künstliche Erzeugung von Kälte und Eis.
des Kolbens a geht die expandirte Luft durch das Kolbenventil ausdem oberen in den unteren Cylindertheil; heim jetzt folgenden Nieder-gang wird diese Luft comprimirt, während der Kolben über sich zuerstverdichtete Luft aus dem unteren Cylindertheil b aufnimmt, die dannnach Entleerung des letzteren zu expandiren und sich abzukühlen be-ginnt. Im Cylinder b folgen sich die Vorgänge in ähnlicher Weise.Es wird somit immer dieselbe Menge Luft verwendet, die in einemKreislauf aus dem einen in den anderen Cylinder geht. Es wird an-gegeben, dass eine Pferdestärke in 24 Stunden 106 Kg Eis gebe; beider Aethermaschine habe man 110'5 Kg erhalten. Dies würde einerLeistung von 2 Kg Eis auf 1 Kg Kohle entsprechen; In der Paraffin-fabrik von Young in Bathgate befand sich damals eine Maschine, welchein 24 Stunden 2 Tonnen (2032 Kg) Eis lieferte. Die Nutzleistung ist etwasgering, die Kühlflächen an den Cylindern sind ohne Zweifel nichthinreichend gross, um Wärme und Kälte rasch und vollständig aufzu-nehmen; es Hesse sich überhaupt noch eine Reihe anderer theoretischerBedenken gegen die im Uebrigen constructiv einfache Anordnung geltendmachen. Im Jahre 1864 hört man nochmals von dieser Maschine, es wirdangegeben, dass sie in der Paraffinfabrik von Young arbeite und miteinem Aufwand von 1 TonneKohle (zu 4 Shilling) 1 Tonne Eis fertige; auchhier wird hervorgehoben, dass der Effect dem der Aethermaschinegleichkomme 1 ). Dies würde nun noch eine viel geringere Leistung sein.
Im Jahre 1869 ist die Zeichnung und Beschreibung einer vonFr. Windhausen 2 ) in Braunschweig construirten Eismaschine bekanntgeworden. Diese besitzt nur einen Cylinder mit einem Kolben vondem Durchmesser der Hubhöhe. Auf der einen Seite des Kolbens fin-det Compression, auf der anderen Expansion statt. Die comprimirteLuft wird durch einen Kühler mit grosser Oberfläche geleitet, der zu-gleich als Reservoir der verdichteten Luft dient. Während auf dereinen Seite des Kolbens die Luft comprimirt wird, findet auf der an-deren Seite Expansion statt. Beim Rückgang des Kolbens wird diekalte Luft in den Eiskasten getrieben und aus demselben zugleich aufder anderen Kolbenseite die ihrer Kälte beraubte Luft angesogen.Diejenige Hälfte des langen Cylinders, in welcher die Compressionstattfindet, ist von Kühlwasser umgeben, die andere Hälfte mit einemschlechten Wärmeleiter belegt. Durch den breiten Kolben wird be-wirkt, dass ein Temperaturausgleich innerhalb des Cylinders selbstnicht eintreten kann. Hier bedarf es einer besonderen äusseren Steue-rung für die Zulassung und Absperrung der in die Expansionsabthei-lung eintretenden Luft. Soll die Luft nicht für Eisbereitung, son-dern zum Kühlen von Räumen verwendet werden, so wird die expan-dirte kalte Luft unmittelbar in dieselben geblasen und äussere frische
J ) Mecli. Mag. 1864, 245. Dingl. pol. J. CLXXIV, 399. 2 ) Windhausen,Mech. Mag. 1869, 387. Dingl. pol. J. CXCV, 115; Wagn. Jahresber. 1870, 542.
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