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Künstliche Erzeugung von Kälte und Eis.
verdichtet werden. Temperatur und Druck der Dämpfe des flüssigenAmmoniaks stehen nach Regnault im folgenden Vevhältniss:
Temperatur: + 40 + 20 0 — 20 — 30 -40° C.
Druck: 15 5 8'5 4'4 184 116 0‘7 Atm.
Das Ammoniakgas löst sich sehr leicht in Wasser; bei 0° sättigtsich das letztere mit seinem 1050fachen Volum oder 0'875 Gewichts-theilen; bei 20° mit 654 Volum oder 0'52 Gewichtstheilen, etwas mehrals der Hälfte seines Gewichtes, ln diesem Zustand bildet es den käuf-lichen Salmiakgeist. Die Absorption erfolgt unter beträchtlicherWärmeentwickelung; daraus lässt sich die latente Wärme desAmmoniakgases zu 500 berechnen, also nahe derjenigen des Wasser-dampfes. Durch Erhitzen kann das von Wasser absorbirte Gas vollständigausgetrieben werden. Ebenso durch Druckverminderung, in welchemFalle sich die Flüssigkeit abkühlen muss. Wird die Erhitzung deswässerigen Ammoniaks in einem geschlossenen Kessel vorgenommen, sokann das Austreiben des Gases selbst unter starkem Druck vor sichgehen. Wird das entwickelte Gas in einen Kühlbehälter geleitet, somuss es bei einer gewissen Temperatur seinen Sättigungspunkt über-schreiten und sich zu flüssigem Ammoniak condensiren. Das flüssige(wasserfreie) Ammoniak, mit einem Behälter in Verbindung gebracht,in welchem Wasser enthalten ist, wird mit Lebhaftigkeit in denselbeneinströmen und vom Wasser aufgenommen werden; in einem gleichenVerhältniss, wie die Lösung sich dabei erhitzt, muss sich'die verdampfendeFlüssigkeit abkühlen, die Temperatur derselben kann bis auf — 50° C.sinken. Auf diesen Grundsätzen beruht der sinnreiche Apparat, welchenF erd. Car re gebaut hat, und zwar in zwei Formen: für intermittirendeund für continuirliche Eiserzeugung, die erstere für Productionen imKleinen von 1 und 2 Kg, die letztere für technische Fabrikation imGrossen in vier Dimensionen von 25 bis 200 Kg stündlicher Production.(Fabrikanten der Apparate sind Mignon & Rouart in Paris.) Derintermittirende Apparat besteht einfach aus zwei durch ein Rohr festverbundenen luftleeren Gefässen, in einem Gewicht, dass man das Ganzenoch heben und umstellen kann. Das eine Gefäss enthält Salmiak-geist, das andere ist leer. Bei Beginn der Operation wird das dieFlüssigkeit enthaltende Gefäss auf ein Kohlenfeuer, das leere in einenBottich mit kaltem Wasser gestellt. Durch die Hitze entwickelt sichdas Gas und condensirt sich in dem kühl gehaltenen Gefäss zu Flüssig-keit. Ist alles Ammoniak übergegangen, so wird der Apparat aufge-hoben , das zuvor erhitzte Gefäss wird in das Kühlwasser gestellt, dasmit dem verflüssigten Gas erfüllte Gefäss in Berührung mit dem zukühlenden Körper gebracht (in eine Einstülpung des Gefässes wird einmit Wasser gefüllter Blechcylinder, die Eisbüchse, gestellt). Das flüssigeAmmoniak verdunstet unter starker Temperaturerniedrigung und wird