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3,1,1 (1875) Chemische Industrie : mit einem Rückblick auf die Entwicklung der chemischen Industrie während des letzten Jahrzehends
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Gruppe III. Chemische Industrie.

Arbeit zu leisten. In Folge der starken Expansion kühlt sie sich be-deutend ab (siehe weiter unten) es sollen Temperaturen von 20 bis30° unter Null erreicht worden sein und kann aus der Maschineaustretend zum Abkühlen von Stoffen, zur Eiserzeugung etc. verwendetwerden. Endlich steht die Kohlensäure auch noch zur Herstellung vonSodawasser zur Benutzung. Die zur Ausstellung gebrachte Maschineleistete als Motor die Arbeit von 2 Pferdekräften. Die Kosten des Gasessollen durch den gebildeten Eisenvitriol gerade gedeckt werden; aus1 Ctr. Schwefelsäure (5 fl. österr.) und 1 Ctr. Spatheisenstein (1 fl. 50 kr.,zusammen 6 fl. 50 kr.) erhält man 240 Pfd. Eisenvitriol (zu 3 fl. pr. Ctr.,giebt 7 fl. 20 kr.) Der Gedanke dieser Combination ist ohne Zweifel rechtsinnreich, in einem einzelnen Falle mag sich auch die Ausführung lohnenderweisen; eine allgemeine technische Yerwerthung lässt sich jedoch dar-auf nicht gründen. 1 Ctr. Spatheisenstein giebt ungefähr 20 Kg Kohlen-säure, entsprechend 2 cbm bei 5 Atmosphären. Auf 1 Atmosphäre expandirtkann diese Menge theoretisch höchstens 170 000 Kilogrammmeter Arbeitleisten, entsprechend 1 Pferdekraft während etwa einer halben Stunde.Durch die Expansion verliert das Gas ungefähr 200 Wärmeeinheitenund höchstens der gleiche Betrag steht für Eisbildung zur Verfügung;kaum 2 Kg Eis sind damit herzustellen. Es ergiebt sich hieraus,dass ausserordentlich grosse Mengen Materials für den Process erfor-derlich sind, so dass sich für den gewonnenen Eisenvitriol kaum genü-gende Verwendung finden dürfte. Auch die abziehende KohlensäureHesse' sich nur zum kleineren Theile für Bereitung von kohlensauremWasser nutzbar machen und müsste für diesen Zweck erst wieder com-primirt werden, so dass es vortheilhafter erschiene, dieselbe gleich vonAnfang an, wenn sie aus dem Entwickler kommt, in das Wasser zuleiten. Wenn die Kohlensäure, aus dem Eisbildner tretend, zur Her-stellung von kohlensaurem Wasser verwendet wird, so muss die Absorp-tion etwa bei 5° unter einem Druck von 33 Atmosphären erfolgen,ein fast sechsmal stärkerer Druck als nöthig. Die Arbeit, welche dieMaschine aufwenden müsste, um diesen Ueberdruck zu erzeugen, istgeradezu verloren. Die latente Dampfwärme der Kohlensäure ist zwarbis jetzt nicht bekannt, wäre dieselbe aber auch gross (was wegendes hohen Volumgewichts nicht wahrscheinlich), so würden dochungeheure Mengen an Kohlensäure erforderlich sein zur Herstellungvon nur einigermaassen erheblichen Quantitäten Eis, viel grössere alsnur je daran gedacht werden könnte, in der Fabrikation moussirendenWassers wieder zu verwenden. Wir können somit dem ausgeführtenApparat kein günstiges Prognostikon stellen; viel rationeller würde dieVerwendung der Kohlensäure im Kreisprocess sein.

Die Ammoniakmaschine. Das Ammoniak ist bei gewöhn-licher Temperatur ein Gas; unter Druck kann es zu einer Flüssigkeit