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3,1,1 (1875) Chemische Industrie : mit einem Rückblick auf die Entwicklung der chemischen Industrie während des letzten Jahrzehends
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80 Gruppe III. Chemische Industrie.

lichkeit nur vermehrt würde. Das Abdampfen der Salzlösung, um dasSalz wieder zu gewinnen, ist eine Arbeit, wie sie sonst in der Küchenicht vorkommt und die einige Aufmerksamkeit in der Behandlungerfordert; die Summe der Operationen bleibt für das Hauswesen zuschwerfällig, wenn auch die Kosten für die Restituirung des Salzesunerhebliche zu nennen sind.

Es handelt sich noch um die Frage, ob das Mittel der Salzauflösungsich nicht etwa für technische Fabrikation von Eis im Grossen eignet.Diese Frage kann rechnungsmässig beantwortet werden mit Hilfe derin der obigen Tabelle enthaltenen Zahlen. Um 1 Kg Eis aus Wasservon der bei uns mittleren Jahrestemperatur von 12° C. herzustellen,wird man technisch, mit Berücksichtigung der Verluste, nicht viel we-niger als 120 Wärmeeinheiten brauchen. Die Mischung 3 Kg salpeter-saures Ammoniak-Salmiak mit 3 Kg Wasser giebt zwar so viel, davonfällt aber wenig mehr als die Hälfte unter 0°, da ja auch dieseSubstanzen von der Anfangstemperatur 12° (günstigsten Falls) gedachtwerden müssen. Nun lässt sich allerdings durch Gegenströmungen diein der abgängigen zum Gefrieren nicht mehr benutzbaren Mischungnoch enthaltene Kälte auf das bei frischer Mischung zu verwendendeWasser übertragen und soweit denkbarer Weise die gesammte Auflösungs-kälte unter 0° nutzbar machen (Verluste unberücksichtigt gelassen).Man bedarf dann 3 Kg Wasser für 1 Kg Eis und bei der Restituirungmüssen diese 3 Kg im Kessel durch künstliche Wärme verdampft werden.Die Leistung von 1 Kg unter dem Kessel verbrannter Kohle beträgtnun ungefähr 6 Kg Dampf oder doch nur wenig mehr. Es folgt daraus,dass mittelst 1 Kg Kohle nicht mehr als 2 Kg Eis bereitet werdenkönnen, ganz abgesehen von der für den Transport der vielen Flüssigkeiterforderlichen Maschinenkraft. Dieses Resultat ist ein sehr ungünstiges,da mit den anderen Eismaschinen viel mehr, mit der Ammoniakmaschinedie vier- bis fünffache Leistung erzielt wird. Man hat aus diesenGründen auch noch keine technischen Apparate für die Fabrikationvon Eis im Grossen, die sich sonst durch eine verhältnissmässige Ein-fachheit in der constructiven Form (nur offene Gefässe) von den anderenSystemen unterscheiden würden, zur Ausführung gebracht, Es ist auchnicht zu erwarten, dass die Umstände sich je günstiger gestalten; manmüsste denn Salze auffinden, die bei ihrer Auflösung eine um ein Mehr-faches grössere Temperaturerniedrigung bewirkten als die bekanntenMischungen. Das steht nun nicht in Aussicht, nachdem die bekanntenSalze alle auf dies Verhalten untersucht sind. Wäre Kochsalz ein sokostspieliger Körper, dass man auf seine Wiedergewinnung bedachtsein müsste, so würde selbst bei Abdampfung der von der Eis-Kochsalz-Misehung stammenden Lösung mittelst 1 Kg Kohle nicht mehr Salzals für 4 Kg Gefrornes Eis auszuscheiden sein.