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3,1,1 (1875) Chemische Industrie : mit einem Rückblick auf die Entwicklung der chemischen Industrie während des letzten Jahrzehends
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Künstliche Erzeugung von Kälte und Eis.

Die drei letzten Yerticalspalten enthalten Materialaufwand undKosten (bei Detail- und Engroseinkauf) für 120 Wärmeeinheiten, womitman bei der Salz-Eis-Mischung im Stande ist, 1 Kg Wasser in Eis zuverwandeln; bei den anderen Mischungen erhält man jedoch nur etwax / 2 Kg Eis für diesen Aufwand. Die Salz-Eis-Mischung, welche zumVergleiche beigesetzt wurde, ist, wie man sieht, um ein Mehrfacheswirksamer und billiger wie alle anderen Mischungen, sofern man nureinen einmaligen Gebrauch der Materialien im Auge hat. Die zweiteder Mischungen, Glaubersalz-Salzsäure, lässt sich auch nicht wiederrestituiren, ebenso nicht leicht die letzte wegen des krystallisirten Glauber-salzes. Diese beiden sind aber noch relativ billig. Die Mischung, beiwelcher sich durch Abdampfen der Lösung das Salzgemenge leichtwieder in der anfänglichen Beschaffenheit hersteilen lässt, salpetersauresAmmoniak-Salmiak, ist hingegen in der ersten Anschaffung so kostspielig,dass eine nur einmalige Verwendung ganz unthunlich erscheint. Letz-tere Mischung wurde einem auf der Pariser Ausstellung 1867 zuerstbekannt gewordenen Apparat von S. Charles beigegeben. DieserApparat besteht aus einem kleinen hölzernen Fass mit durchlochtemDeckel, das einzustellende Füllgefäss für das zu Gefrierende besteht ausZinn und besitzt einige Schraubenflügel, durch welche bei der Umdre-hung eine Durcheinandermengung von Salz und Wasser bewirkt wird;auf dieses Gefäss kommt ein Deckel mit einem Schwungrädchen zusitzen, durch dessen Umdrehung zugleich das ganze Gefäss gedrehtwird. Eine andere Form stammt von Toselli & Co. in Paris undwird glaciere itälienne roulante genannt x ). Sie besteht aus einerhohen blechernen Büchse, in welche eine etwas conisch geformte blecherneBohre eingehängt wird. Eine gute Dichtung verbindet beide Gefässeam Rande, der Einsatz, in welchen der Syrup gelangt, wird noch be-sonders geschlossen. In den ringförmigen Zwischenraum beider Gefässekommt die Kältemischung. Das äussere Gefäss wird nach der Einladungmit einem Tuchmantel umgeben und dann auf dem Tisch hin und hergerollt. In der Wirkung stehen sich beide Formen von Apparatengleich, die erstere ist wohl etwas handlicher im Gebrauch. Einegrosse Verbreitung haben alle diese Apparate nicht erlangen können,wenigstens nicht an den Orten, wo Eis überhaupt, zu bekommen ist;man ist gezwungen mit grossen Massen zu arbeiten, um kleine Resultatezu erzielen (4 Kg Salzmischung geben kaum 1 Kg Gefrornes von etwasgeringerer Consistenz als das mit der Salz-Eis-Mischung dargestellte,oder etwÄs mehr als x / 2 Kg Eis im Sommer). Steht kein kaltes Brunnen-wasser zur Verfügung oder ist kein kühler Keller da, so bleibt dasResultat überhaupt ein unsicheres, man müsste denn gerade doppeltarbeiten, um zuerst kaltes Wasser zu bereiten, wodurch aber die Umständ-

x ) Bad. Gewerbz. 1868, 106 und Wagn. Jahresber. 1867, 538 u. 1868, 605.