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Gruppe III. Chemische Industrie.
letzteren in 20 Minuten. Die Respiration ward dabei verlangsamt, derPuls geschwächt und das Blut fand sich in allen Körpertheilen in venö-ses verwandelt. Diese auffallende Erscheinung erklären die Beobachterdurch das hohe Vol. - Gew. des Ozons (24) , welches dasjenigeder Kohlensäure (22) noch übertrifft und darum die Diffusion derKohlensäure aus dem Blute verzögert. Die reizende Wirkung des Ozonsauf die Schleimhaut und sein zerstörender Einfluss auf Gewebe ist vondiesen Beobachtern ebenso wie von früheren erkannt worden. Redfemglaubte 1857 zu beobachten, dass Sauerstoff mit 1 / 24 o Ozongehalt kleineThiere bereits in 30 Secunden tödte, unter Congestion und Enrphysemder Lunge nach Ausdehnung der rechten Herzkammer x ).
Eine Ozonindustrie für medicinische Zwecke ist von Lender insLeben gerufen worden. Dieselbe kündigt ohne, die Methode der Bereitungund die Stärke der Ozonisation zu nennen, durch die Berliner FirmaKrebs, Kroll & Co. Ozoninhalationen zu 6 Sgr. den Cubikfuss (20Rmk.pr. cbm.) ozonisirten Sauerstoffs und Ozonwasser je nach der „Concen-tration“ (!) zu 5 bis 10 Sgr. ( J / 2 bis 1 Rmk.) die Flasche an. Dieses Ozon-wasser ward von Carius sehr sorgfältig geprüft 2 ). Es ergab sich dasallerdings sehr ungünstige Resultat, dass in 1000 g 0‘0087 bis 0'0095 g,oder weniger an Gewicht als Viooo p.C. Ozon vorhanden sei. Chlor undunterchlorige Säure waren nicht anwesend. In käuflichem Ozonwasser be-haupten dagegen Behrensund Jacobsen 3 ) nichts als unterchlorigeSäure gefunden zu haben. -Nach Carius Versuchen ist der Absorptions-coefficient des Ozons in Wasser ein so geringer, dass die obige Zifferder höchstmöglichen sehr nahe kommt.
Wie gross der Einfluss einer wohlfeilen Ozonquelle für die Industriesein würde, geht genügend daraus hervor, dass dieser Körper im Ent-stehungszustande Stickstoff zu Salpetersäure oxydirt. Die Anwesenheitder letzteren im Gewitterregen wird seit lange auf diese Tkatsachezurückgeführt. Es würde somit die Ozonindustrie nichts Geringeres insich schliessen, als die Synthese dieser wichtigen bisher nur dem Sal-peter entlehnten und darum kostspieligen Mineralsäure.
Dass wir in der Rasenbleiche und in der Desinfection mittelst äthe-rischer Oele unwillkürlich seit lange von dem Ozon Gebrauch machen,welches durch das Wachsthum des Grases und durch die Oxydation derKohlenwasserstoffe erzeugt wird, ist nur geeignet, den Wunsch nacheiner technischen Ozonbereituug zu erhöhen. Auf einer solchen beruhtschon jetzt die Elfenbeinbleiche wie sie seit etwa 1850 in derMeyer’schen Stockfabrik zu Hamburg und seither an verschiedenenOrten in ausgedehntem Betriebe steht. Das Elfenbein wird dabei wochen-
3 ) Andrews, Lecture on Ozone, Nature 1874, 366. 2 ) Carius, Ber.
Cliem. Ges. V, 520 u. VI, 806. 3 ) Behrens u. Jacobsen, Vierteljalirs-
sckril't f. pr. Pharm. von Wittstein. XXII, 230 (1873).