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3,1,1 (1875) Chemische Industrie : mit einem Rückblick auf die Entwicklung der chemischen Industrie während des letzten Jahrzehends
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Wasserstoff.

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lang unter Photogen oder andere flüchtige Oele getaucht, starkem Sonnen-licht und Luft ausgesetzt, wobei die letztere ozonisirt wird und bleicht.

Das erste Patent auf Anwendung des Ozons ward vor Kurzem inEngland ertheilt. Um ohne Gährung aus Alkohol Essigsäure zubilden, behaupten die Erfinder 1 ) Ozon, mittelst Durchblasens von Luftdurch eine Flamme erhalten, einfach mit ausfliessendem Alkohol in Berüh-rung zu bringen. Eine technische Prüfung des Verfahrens liegt bishernicht vor.

Wasserstoff.

Von drei Eigenschaften, welchen der Wasserstoff seine industriellenAnwendungen verdankt, sind zwei so scharf ausgesprochener Natur, dasssie sich den frühesten Beobachtern aufdrängen mussten. Es galt ihnenals das brennbare Principder flüchtige Sulfur 2 ), Späteren als das langgesuchte Phlogiston 3 ), oder doch als dieentflammbare Luft, von deralle anderen brennbaren Gase nur Abarten seien. Die Neuzeit präcisirtediese bis dahin unklare Erkenntniss, indem sie dem Wasserstoff diegrösste Verbrennungswärme zuerkannte und damit das Vermögen, diestärksten Wärme- und Lichtgrade zu erzeugen. Technisch wurdendiese Eigenschaften schon frühzeitig benutzt.

Auch das geringe Volumgewicht des Wasserstoffs entging den erstenBeobachtern nicht. Kaum wägbar erregte er die Idee der Impondera-bilien, und wie die Verbrennungswärme, so sollte auch die specifischeLeichtigkeit des Wasserstoffes bald in auffallender Weise verwerthetwerden.

Eine dritte Eigenschaft desselben ist verborgenerer Art. ZuweilenFarben zerstörend, häufig aber ohne glänzende und rasch in dieAugen springende Erscheinungen herbeizuführen, vermag der Wasser-stoff im Entstehnngszustande viele Verbindungen einzugehen, derendas freie Element unfähig ist. Chlor, Sauerstoff und andere Elementelöst es aus ihren Verbindungen los und vertritt ihre Stelle, oderes lagert sich an ungesättigte Verbindungen an, indem es diedarin vorhandenen Lücken ausfüllt. Von dem allergrössten Ein-

fluss auf. die jüngste Entwickelung der Chemie ist diese Eigen-schaft auch für die Technik von weittragender Bedeutung geworden.Ohne dieselbe zu kennen, hat man unbewusst' seit undenklichenZeiten von ihr Gebrauch gemacht. Denn auf ihr beruht die Umwandlungdes Indigblaus durch die Küpe in Indigweiss und also einer der älte-sten und wichtigsten Zweige der Färberei.

x ) Turner u. Vanderpool, Ber. Cliem. Ges. VI, 1553. 2 ) L einer y,

Memoires de lAcademie 1700. Kopp, Gesell, d. Cliem. III, 265. s ) Ca-vendish (1766).