Düsseldorf, 9. Oktbr.
— sFürst Carl Anton von Hohenzollernjfeiert in einigen Tagen, am 21. Oktober, das Fest seinergoldenen Hochzeit und an diesem Tage wird die Burg mSigmaringen den Besuch unseres Kaisers und mehrererMitglieder der Kaiserlichen Familie empfangen. Es werden ,sich m derselben außerdem alle die weitzerstreuten Sprossendes Fürstlichen Hauses zusammenfinden: der bald fünfzig-jährige Erbprinz von Hohenzollern, dessen Wahl zum Komavon Spanien den Vorwand für den Krieg Frankreichsgegen Deutschland bildete und der sonach mittelbar zu derEinigung Deutschlands beigetragen hat, mitseinenSöhnen,von denen der eine zum Thronfolger von Rumänien aus-ersehen ist; König Carol von Rumänien und seine Gattin,jene Prinzessin Elisabeth von Wied, die als „Carmen Syl-
va" sich einen weithin berühmten Dichternamen geschaffen''hat; Prinz Friedrich, der Oberst und Commandeur des 2Garde-Dragoner-Regiments mit seiner Gattin, der Prin-zessin von Thurn und Taxis und endlich Prinzessin Mariamit ihrem Gatten, dem Prinzen Philipp von Belgien.Grasen von Flandern, dem Bruder des jetzigen Königs derBelgier» mit ihren Kindern, unter denen der älteste Sohn,da der König keine männlichen Erben hat. dereinst bestimmtist. die belgische Krone zu tragen. Zwei von den Kinderndes greisen Jubelpaares haben den Ehrentag ihrer Elternnicht erlebt: die Prinzessin Stefanie, die am 29. April 1858mit Don Pedro v. von Portugal vermählt und die am 17.Juli bereits eine Beute des Todes wurde, und Prinz An-ton. der, in der Schlacht bei Königgrätz durch vier Gewehr-schüsse verwundet, am 5. August -866, noch nicht 25 Jahrealt, den Folgen dieser Verwundung erlag und dessen letzteWorte waren: „Es gereicht mir zur großen Beruhigung,unter den Hohenzollern derjenige zu sein, welcher durchseinen Tod neues Zeugniß ablegt von der Tapferkeit unse-rer braven Armee." — Fürst Carl Anton kann am Abendeines gesegneten und alle Zeit durch seine treue Pflichter-füllung ausgezeichneten Levens mit Befriedigung auf dieVergangenheit zurückblicken. mit berechtigtem Stolz auchauf die seinem Geschlechte in Aussicht stehende Zukunft.Freilich sind ihm und seiner Gattin trübe Tage, wie die-lemgen, m welchen die greisen Eltern den Verlust zweiertheurer Kinder beklagen mußten, nicht erspart gewesen;allein reicher Segen ist ihm zu Theil geworden und alle-zeit die Liebe und Achtung aller Deutschen. Fürst KarlAnton brachte im Jahre 1849 bereits der deutschen Einheitdas größte Opfer; er verzichtete freiwillig zu Gunsten Preu-ßens auf die Souveränetät und gab dadurch, daß er denRath des Dichters befolgte: „Immer strebe zum Ganzen,und kannst Du em Ganzes nicht bilden, schließ' als ein die-nendes Glied willig dem Ganzen Dich an", ein bewunderns-werthes Beispiel patriotischer Gesinnung. Fürst Carl An-ton trat ln den preußischen Militärdienst über. Am 3. No-vember 1858 berief ihn der Prinz-Regent an die Spitze desMinisteriums, desselben, das unter dem Namen des Mini-steriums Hohenzollern-Auerswald. des Ministeriums der-neuen Aera". für immer einen Platz in der preußischenGeschichte behaupten wird. Nachdem er den Vorsitz imStaatsmimstermm niedergelegt hatte, übernahm der Fürstim Jahre 1863 die Stelle eines Gouverneurs der Rhein-Viovmz und von Westfalen, bis er nach Beendigung desdeutsch-französischen Krieges durch körperliches Lewen ver-anlaßt wurde, aus dem Militärdienst auszuscheiden undseitdem abwechselnd m Düsseldorf oder aufs einen Schlössernzu Sigmarmgen. Krauchenwies und Weinburg lebt, überall
GAegeLit dabm. ^ lbm näher zu treten