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Martigny. 43g
»türmten d»s römische Lager; die Römer erschlugenjo,ooo Einwohner, verbrannten Octodururn, und zogennach Savoyen; aber die Walisischen Volker erhieltendie Rechte Latiums. Martinach war schon im IV. Jahr-hundert Sitz der Bischöfe von Wallis , welcher imVI. Jahrhundert nach Sitten verlegt wurde. Ueber dieneuere Geschichte von Unter - Wallis s. man denArt. Wallis.
Merkwürdigkeiten. Sehenswerth hier bey H.Prior Murith eine schöne Mineraliensammlung undviele römische Medaillen und Inschriften, die auf demgrofsen Bernhard gefunden worden sind , und andreAlterthümer aus den umliegenden Gegenden (s. Gro-sser Bernhardsberg). Der herrliche Wasserfall, diePissevache, und die merkwürdige Felsenkluft des Trientsind i St. von Martinach am Wege nach St. Mau-rice. Das Klima ist sehr heifs; nahe bey Martinachwachsen die feurigen Weine : Vin de la Margne undCoquembin. Der Honig dieser Gegend gehört zu demköstlichsten der Schweitz. In Martinach sähe man vordem J. 1798. viele Cretins*); in diesen Kriegsjahrenkamen viele um. Martinach gegenüber, jenseits derRhone liegen Fouly , Branson und Nasimhre , wo derCretinism im hohem Grade herrscht, und auf dem
*) Der Cretinism ist eine höchst merkwürdige und ende-mische Krankheit von Unter - Wallis und andern Thälernder Schweitz, Savoyens , Piemonts , Tyrols , Steiermarksund Karnthens , Taubheit und Stummseyn gehört zu denZufällen dieser Krankheit.