48 NATURGEMÄLDE
fallen. La Condamine bestimmt ihn auf sechs tausend zweyhundert vier und siebzig Meter (3220 Toisen); Don JorgeJuan, der tiefsinnige spanische Geometer, auf sechs tausendfünf hundert sechs und achtzig Meter (338o Toisen). Wahr-scheinlich liegen die Ursachen dieser Verschiedenheiten nichtin der geodesischen Messung, sondern in der barometrischenBestimmung der Höhe, um welche die Standlinie über derMeeresfläche erhaben ist. Die dem Chimborazo nächstenEbenen sind zwey tausend neun hundert Meter (i488 Toi-sen) hoch. Berechnet man ihre Höhe nach Bouguer’s baro-metrischer Regel : so findet man sie um hundert dreyfsigoder hundert vierzig Meter (67 oder 72 Toisen) geringer,als wenn man der Schuckburgischen oder Laplacischen For-mel der Temperatur-Correction folgt. Die Höhe des Chimbo-razo, welche La Condamine und Don Jorge Juan angeben,gründet sich wahrscheinlich auf die Höhe der Stadt Quito,
welche der erstere zu zwey tausend acht hundert fünf und
%>
vierzig Meter (i46o Toisen), und der letztere zwey tausendneun hundert fünf und fünfzig Meter ( 1^17 Toisen) annimmt.Die Laplacische Formel gibt dieser Stadt zwey tausend neunhundert fünf und dreyfsig Meter (i5o6 Toisen); und mandarf diesem Resultate, welches aus den von La Condamineselbst angegebenen Barometerständen folgt, nicht etwa dieBouguersche, sogenannte geodesische Operation bey Niguas 1entgegensetzen, weil diese, wie an einem andern Orte ent-wickelt werden soll, auf sehr unsicheren Datis beruht. Ist
Bouguer, Figure de la lerre, p. 166.
1