Formbildung vernachläfsigt, und dadurch der Philosophieder Natur ein weites, fruchtversprechendes Feld vorberei-tet wird.
Wenn ich einer Seits hoffte , dafs mein Naturgemäldeneue und unerwartete Ideen in denen erzeugen könnte,welche die Mühe nicht scheuen eine Zusammenstellung zahl-reicher Thatsachen zu studiren : so glaubte ich andrer Seitsauch , dafs mein Entwurf fähig wäre die Einbildungskraftzu beschäftigen , und derselben einen Tlieil des Genusseszu verschaffen, welcher aus der Beschauung einer so wun-dervollen , grofsen, oft furchtbaren und doch stets wohl-thätigen Natur entspringt. Diese Fülle organischer Gestalten,auf dem schroffen Abhange des Gebirges familienweise ver-theilt; dieser Übergang vom üppigen Wuchs der Palmenwäl-der und der von Saft strotzenden lleliconien zur dürftigenVegetation der ewigbeschneiten Grasflur; diese Pflanzenund Thiergestalten durch das Klima jeder Berghöhe undden Luftdruck bestimmt* diese glänzende Schneedecke,welche dem Organismus unübersteigbare Grenzen setzt,aber diese Grenzen unter dem Äquator zwev tausend zweyhundert Meter (1100 Toisen) höher hinaufschiebt als inunsrer gemäfsigten Zone; das unterirdische Feuer, durchunbekannte Kräfte und Stoffe ernährt , bald in niedrigenHügeln ausbrechend wie im Vesuv, bald in fünffach höhe-ren Vulkanen wie im kegelförmigen Gipfel des Cotopaxi;diese Meeresmuscheln, welche der Bergbewohner auf iso-lirten Klippen viele tausend Meter über der Meeresflächeanstaunt, und welche ihn an die frühesten Katastrophen