Der Grednerischen Mundart im Tyrol ist sie olinge-fehr so verwandt, wie das Schweitzerdeutsch dem Ty-rolerdeutsch.
,■ Zu welcher Zeit man anfieng , die rhatische Sprachezu schreiben, ist unbekannt; weil sie aber in dem Ver-mächtnis des Bischofs Tellon von Chur (Urkunde vomJ. 766.) verlatinisirt vorkömmt, so läfst sich vermuthen,dafs sie schon damals schreihbar gewesen sey. Die erste| Erwähnung dieser Sprache haben wir dem römischenGeschichtschreiber Livius zu verdanken. Spätere Zeug-nisse derselben sind:
1. Die aus- und inländischen Grabschriften, welche For-tunat Sprecher in seinem Cronicon Khaetiae ange-führt hat.
2. Das älteste in der rhäto-hetruskischen Sprache ge-schriebene Denkmal, welches in Verona aufbewahrtwird.
5. Ein uralter, ladinischer Zins- und Gerechtigkeitsrodel,welcher in ein sehr langes und schmales Pergamenteingewickelt war. Desgleichen das Testament des Bi-schofs Tellon zu Chur, welches im VIII. Jahrhundertausgefertigt worden war. Beyde Stucke wurden imKloster Disentis aufbewahrt, und zwar im Original,worin viele hetruskische Wörter und Redensarten Vor-kommen.
4. Die alte Uebersetzung der vier Evangelisten und deiLebensbeschreibungen der Altväter, welche der heiligeSigisbert von Brittania mit sich nach Rhäticn ge-bracht hatte, und welches auch im Kloster Diseriiis