Druckschrift 
1 (1809)
Entstehung
Seite
59
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Nothwendige Regeln für Bergreisende. 59

In den seltner besuchten Gegenden linden sich in denGasthäusern nur wenige Betten, und in manchen abge-legnen Thälern mufs man aus Mangel von Herbergendie Gastfreundschaft des Pfarrers ansprechen.

2 ) Wer das Gehen zu Fufs nicht gewohnt ist, derfange nur mit kleinen Tagreisen von 2 3 Stundenan, und lege so nach und nach täglich eine Stundemehr zurück; auf diese Weise wird man ein treflicherFufsgänger werden.

5) Bey dem Besteigen der Berge folge man strengdiesem Rath: Man gehe oder steige mit kurzen Schrit-ten, jedesmal so langsam, als es nur möglich ist; dasAthemholen wird dann wenig oder gar nicht erschwert,das Blut geräth nicht in heftige Wallung, man schwitztnicht so viel, die Muskeln der Beine werden nicht starkangegriffen, und der Körper behält Kraft, vier, fünfund noch mehr Stunden zu steigen. Der Fehler fastaller, die in Gebirgen nie gereist sind, ist, dafs sie sehrlebhaft den Berg zu besteigen anfangen , oder doch ineinem zu weiten Schritt gehen; nach einer Stunde sindErhitzung und Ermattung schon so grofs , dafs sie ver-zweifeln , den Berg besteigen zu können, da sie kaumden vierten Theil zurückgelegt haben. Folgt man jenerRegel, so können auch nicht sehr kraftvolle Männer,selbst Frauen, die höchsten Gebirge zu Fufs ersteigen.

4) Man ersteige des Morgens wo möglich die Bergeauf der Abendseite, und steige sie auf der Morgenseiteherab; auf diese Weise vermeidet man die zurückpral-lenden Sonnenstrahlen und gewinnt Schatten und Kühlung.