Beförd. d. mor. Gesundh. d. Schw'eitzerreisen. 19
Vorurtheilen, und das Herz von unwürdigen und men-schenfeindlichen Gefühlen, welche sich so leicht in dießenk- und Empfindungsweise desjenigen verweben, derin Staaten geboren und erzogen wird , wo Willkürund Dienstbarkeit, in mehrcrm oder geringcrm Gradegegründet und gesetzlich gemacht, durch Erniedrigung-einzelner Klassen das ganze Geschlecht herabwürdigen.Von dieser Seite betrachtet, könnte man also den Aus-ländern die Schweitz als eine Schule anpreisen, wo sichder Mensch in einem ganz andern als dem von Jugendauf gewöhnten Gesichtspunkte zeigt; wo man den Men-schen ohne Rücksicht auf seinen Namen oder sein Kleidschätzen lernt; gegen Jeden herzlich und brüderlich zudenken und zu handeln, und das ganze Menschenge-schlecht als eine Familie anzusehen beginnt. Wer zudiesem Sinne gelangt, von dem kann man gewifs auchsagen: Er habe die moralische Gesundheit seiner Seelebefördert.
FÜNFTER ABSCHNITT.
Der Aufenthalt in reiner Bergluft ist in man-chen langwierigen Krankheiten ein wichtigesMittel, die Gesundheit wieder hcrzuslellen.
Diejenigen, welche aus Furchtsamkeit, aus körperli-cher Schwäche, oder durch andre Hindernisse abgehal-ten würden , die Gebirgsgegenden zu Fufs zu durch-wandern , denen es aber nützlich wäre, täglich Spatzier-