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II. Abschnitt. •
Der Genufs der Natur wird nicht allein durch dieAbwechslung und Mannigfaltigkeit im Allgemeinen, diein manchen Gegenden fast mit jedem Schritte stattfin-det, erhöht, sondern eben so sehr durch die Mannig-faltigkeit der Ansichten einer Landschaft aus einemeinzigen Punkte in den verschiednen Tageszeiten, beyreinem, halbbewölktem und ganz überzognem Himmelbetrachtet, wodurch Farben, Lichter, halbe und ganzeSchatten auf Seen und Wiesen, auf Hügel und Berge,auf die kahlen und beschneiten Felsenscheitel geworfen,und bisweilen in kurzer Zeit so verändert werden, dafseine und dieselbe Gegend die verschiedensten und auf-fallendsten Schauspiele gewährt. Wer nicht in derSchweitz die Natur in ihren günstigen Augenblickengenossen hat, der kennt weder ihre Gröfse und Erha-benheit , noch ihre bezaubernden Reitze , weder ihrenGlanz und ihre Pracht, noch ihre heitre beglückendeLieblichkeit. Unerschöpflich an Gestalten und Schmuckzeigt sie sich am nördlichen und südlichen Saume derAlpen, so wie mitten im Felsen- und Gletschergraus,dem erstaunten Auge überall neu. Der Dichter kannsich hier gewifs den vortrefiichsten Stoff zur Befruch-tung seines Genies versprechen, und dem Landschafts-maler stehet ein unerschöpflicher Reichthum von Stu-dien offen. Jeder Mensch , dessen Gefühl im Schoofseder schönen Natur einige Freuden zu finden weifs, dereinen Schatz der lebendigsten Bilder und Genüsse die-ser edeln Art für die Zeit des Winters einsammelnwill, oder dessen Herz, von Leiden und Kummer zer-