in Altenburg nicht vergessen. Indem ich aus diese sünfundzwanzig Jahre ge-meinsamer Arbeit zurückblicke, muß ich sagen, daß während dieser langen Zeituns ihre Leistungsfähigkeit und ihr guter Wille nicht ein einziges Mal imStich gelassen haben. Viel wurde nicht selten von ihr verlangt, und stets hatsie mit unfehlbarer Präcision, unverdrossen bei noch so zahlreichen Vorlagen undschwierigen Correcturen ihr Werk gethan, uns dadurch ermöglichend, auch intypographischer Hinsicht unsere Zeitschrift mehr und mehr zu vervollkommnen,zu deren bis jetzt ausgegebenen hundert Bänden oder dreihundert Heftengleichfalls immer dieselbe Firma, Ferdinand Flinsch in Berlin, das Papiergeliefert.
Von den zwölfen, die zum ersten Hefte beigetragen haben, sind siebenbereits dahingegangen „gno patsr Kansas, guo ckivus llnllus st ^.uens":Berthold Auerbach, Anastasius Grün, Heinrich von Shbel, Ferdinand Cohn,Theodor Storm, Friedrich Kreyßig, Louis Ehlert; und unter den lleberlebendenist nur Einer, Karl Frenzel, der den Artikel: „Die Berliner Theater", den erim ersten Hefte des ersten Jahrgangs begonnen, ununterbrochen durch allesünfundzwanzig Jahrgänge fortgesetzt hat. Wie könnt' ich Derer, die nichtmehr sind, ohne Wehmuth gedenken, und Denen von der alten Garde, dieauch beim erneuten Appell nicht fehlen wollten, genugsam danken?
Wenn ich mir heute, nach so vielen Jahren, ein Urtheil darüber erlaubendarf, welche Stücke des ersten Heftes, außer der wundervollen Novelle TheodorStorm's „Waldwinkel", am Meisten zu dem unmittelbaren Erfolge beigetragenhaben, so stehe ich nicht an, die beiden Aufsätze zu nennen, deren einer „ZurKenntniß Kaulbach's" anonym erschienen ist. Da es sich in dieser Publicationwesentlich um Briefe Kaulbach's handelt, kann von einem eigentlichen Ver-fasser nicht Wohl die Rede sein; aber Derjenige, dem sie die „Rundschau" ver-dankt, der sie herausgegeben, höchst geschmackvoll eingeleitet und sich selbst ineiner Anmerkung unter der bescheidenen Initiale „M. I." verborgen hat,ist — jetzt darf ich es Wohl verrathen — der Oberstleutnant, damals Haupt-mann Max Jähns.
Von dem anderen Aufsatz „Der Zug nach Sedan" habe ich noch dasManuscript, das der Verfasser, damals Oberst, jetzt General von Verdy duVernois, mir geschenkt hat. Was diese Handschrift mir besonders denkwürdigmacht, sind einige Bleifedernotizen, die der Generalfeldmarschall Graf Moltkevor der Veröffentlichung an den Rand geschrieben hat, und die ich nach er-haltener Genehmigung Sr. Excellenz des Herrn Generals von Verdy hiermittheilen will.
„Das Endresultat des Tages (31. August 1870) war", so hatte Herr Oberst von Verdygeschrieben, „daß die gesammte französische Armee sich auch mit ihren letzten Abtheilungcn aufdas nördliche Maasuser zurückzog und nun um Sedan concentrirt stand. Einzelne Bewegungenderselben machten den Eindruck, als ob sie noch in der letzten Stunde— vielleicht durch einenNachtmarsch — sich der drohenden Umzingelung oder einem Uebertritt nach dem dicht hinter ihrgelegenen Belgien entziehen wollte. Das ans dem linken Flügel der III. Armee befindliche 5.