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Die Begründung der "Deutschen Rundschau"
Entstehung
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doch als Voraussetzung des Gelingens betrachteten. Auerbach reizte der Ge-danke sehr; aber er war unschlüssig. An einem Tage war er Feuer undFlamme dafür, am andern Tage kamen die Zweifel. Sein vornehmstes Be-denken war sein langjähriges Verhältniß zu Cotta. Dann wieder fürchteteer, die zersplitternde Beschäftigung mit etwas so ganz Ungewohntem werde ihnin seiner eigenen Thätigkeit stören, worauf ich ihm erwiderte, daß ich als derJüngere keine Mühe scheuen und alle Arbeit auf mich nehmen wolle, wenner mir nur mit feinem Namen zur Seite stehe. Seinen Einwand, er könnedann die Verantwortlichkeit nicht tragen, dachte ich dadurch zu heben, daß ichmich verpflichtete, nichts gegen oder ohne seinen Willen in dieser Angelegenheitzu thun. Was sonst noch auf dem Grunde seiner Seele vorging, sagte er nichtso deutlich; aber, da ich ihn kannte, bemerkte ich cs Wohl und verstand es auch:Vortheil und Nachtheil gegen einander abwägend, gerieth er zuletzt in einensolchen Zwiespalt mit sich selber, daß es nun an mir war, ihm zuzureden, wieer zuvor mir gethan. Denn ohne seinen Beistand die Gedanken auszuführen,die er in mir angeregt, erschien mir jetzt unmöglich. Mittlerweile war es Märzgeworden, und ich hatte Gelegenheit, abermals nach Wien zu reisen. Dortsprach ich über unseren Plan mit Dingelstedt und Laube, diesen beiden feind-lichen Brüdern in Apoll, die sich sobald hernach in den orangefarbenen Heftenfreundnachbarlich zusammenfanden; Hanslick machte mich mit einigen seinergelehrten Freunde bekannt, und überall fand ich ermunternde Zustimmung.Mit frischem Muth, im erwachenden Frühling, kam ich nach Berlin zurück, undetwas von beidem hatte sich auch auf Auerbach übertragen. Zwar immernoch war er seines Entschlusses nicht Herr geworden, und einmal fand ich ihnin einem Zustand inneren Kampfes, der mich so sehr bewegte, daß ich ihnernstlich bat, sich zurückzuziehen, und mich meinem Schicksal zu überlassen.Doch auch dazu konnte er sich nicht verstehen. Während meiner Abwesenheitwar er gesellschaftlich mit einigen Koryphäen der Wissenschaft zusammen-getroffen, und auch diese hatten sich, als er mit ihnen von unserem Plane sprach,günstig darüber geäußert, was dann auf ihn wieder seine Wirkung nicht verfehlte.

Da war es an einem Nachmittage im April. Wir machten, wie sohäufig, unseren gemeinsamen Spaziergang im Thiergarten. Plötzlich blieb erstehen. „Jetzt," sagte er, „wenn solche Männer mitthun, dann ist die Sachegesichert." Ich sehe ihn noch, den behaglich runden Mann, wie er an derEcke der Siegesallee, da, wo diese nach der Lennöstraße hin abzweigt, Halt machtund, mit seinen graublauen Augen mich anblickend, diese Worte spricht. Wirgingen weiter. Männer aus allen Zweigen der Wissenschaft und des öffent-lichen Lebens müßten hinzutreten, Staatsmänner, Politiker, berühmte Reisende,hohe Militärs; mit seiner lebhaften Phantasie, die gleich Alles verwirklichtsah, führte er dieses glänzende Bild ans, das ihn selber hinriß, und alle seineScrupel schienen beseitigt bis ans dies Letzte: daß die neue Zeitschrift unter be-währter alter Flagge fahren, daß sie den klassischen Greifen auf ihrem Deckeltragen, daß sie mit einem Wort im Verlage der Cotta'schen Buchhandlung inStuttgart herauskommen müsse. Er glaubte sicher, daß diese darauf ein-gehen werde, und er wolle, wenn ich einverstanden sei, noch heute an sie schreiben.