432 Wien, Schottenstift.
Maße auf Herstellung einer Bibliothek gerichtet war. Die meistenHandschriften der heutigen Sammlung rühren aus dem 75. Jahrh.her. Eine Anzahl davon, die bis etwa 1450 dem Kloster dargebrachtwurden, findet sich im'über donationum angeführt (vgl. hier unter
5 Nr. 38). Abt Johann von Ochsenhausen (1428 — 1446) kaufte elfHandschriften und schrieb eine; auf Mariinus de Lcn'bicz (1446 bis1461) sind vier Stücke zurückzuführen. Soweit sich aus den ent-sprechenden Angaben in den Handschriften, aus der Schriftart oderaus dem Inhalt schließen läßt, wurden in dieser Zeit noch 24 andere
10 Handschriften von Mitgliedern des Stiftes geschrieben, von denenbesonders Iohannes Nagler de Päsdorf Wolfgangus de Enzersdorf,Wolfgangus de Everding, Iohannes Ratisbonensis zu erwähnen sind.Noch bedeutender war die Vermehrung der Bibliothek durch Schen-kungen, unter denen die des Urbanus de Mellico (f 1436; ihr Ver-ls zeichnis s. unten beim'über donationum' S.436, Anm.), des IodocusWeylcr de Haylprunna (4) f 1452, des Stephan Kayser (5), desLeonhardus Dienhofer (5), des Chrislianus Waslab, clericus Waitzen-dorfensis (2), und vor allem die des Professors der Wiener Univer-sität Iohannes Polzmacher, der im J. 1453 82 Bände des kanonischen
so und Zivilrechts sowie der philosophischen Disziplinen mittelst Urkundetestamentarisch vermachte (hier gedruckt unter Nr. 3g), hervorzu-heben sind. Anderer Zuwachs ist von Hübl und Wolfsgruber(a. a. 0.) vermerkt. In der Stiftung Heinrich Senftlebens, Dechantsin Breslau, für die h. Kreuzkapelle bei den Schotten wird ein 'per-
25 gameneins" Meßbuch angeführt (2g. Dez. 1467, s. Quellen zur Ge-schichte der Stadt Wien Abt. 1 Bd. 4, S. 87 f.). Eine Liste der beiTische zum Vorlesen bestimmten Bücher aus dem 15. Jahrh. befindetsich im Cod. m des Schottenstifts (hier unter Nr. 40). Aus der itttCod. 4g7o der Wiener Hof bibliothek stehenden Schrift: Martinus,
3o abbas Scotorum Viennae, ceremonialia ist zu erkennen, daß einig 0der Bücher des Hauses (jedoch wohl nur liturgische) sich damals(1446 — 1461 ?) in der Sakristei befanden, die anderen in der Bibh°'thek. Die interessanten Bestimmungen, welche die letztere und dasWalten des Bibliothekars betreffen, mögen umsomehr, als sie jvohl
35 kaum bekannt sind, hier einen Platz finden:
(f. i3 v ) De Sacrista. —------- Item sine scitu sacristani aUt
eins vices tenentis nullus debet exportare libros de sacristia ad cellatn-(f. i4 R ) De librario monasterii. Item librarius custodiat libros aputrefactione unde tempore pluviali claudat fenestras, tempore ver°
40 sereno aliquando pro recenti aere apperiat. Item libros abseilte*scribat, ne per oblivionem perdantur et interdum, si diu sunt absentes,requirat. Item sollicitet, quod rupture librorum reparentur. Item mprineipio, medio etfine voluminis scribat quod liber estnoster. Item