SCHO TTUNSTIFT.
Orden: Benediktiner.Bistum: Passau (Wien).Gründungszeit: 1161.
Das Ordenshaus wurde vom Babenberger Herzog Heinrich II. 5Jasomirgott im J. 1161 gegründet. Die ersten Mönche kamen ausS. Jakob in Regensburg, das Stift ist der h. Jungfrau Maria und dem"■• Papst Gregor geweiht. Die ursprünglich vorhandene alte Biblio-thek des Stiftes ist mit der Auswanderung der einstigen Schotten-mönche verschollen. Aus dem 11. und 12. Jahrh. stammen im gün- 10stigsten Falle nur zwei Handschriften der heutigen Bibliothek. Ur-kundlich ist nur vom J. i3go die Nachricht belegt, daß MeisterChunrat von den Schotten dem Schottenkloster zwei Bücher, Mon-a ldus undInnocentius, vermachte (Centralblattf. Bibliothekswesen i3,Leipzig 1S96, S. SS). Die Annahme, daß die alte Bibliothek bei einem 15Brande im J. 1410 vernichtet wurde, beruht auf unrichtiger Voraus-setzung. Der Codex der Dombibliothek zu Prag M iij, enthaltend-ö- Ioannis, Scotorum in Vienna rectoris, expositio summae artisdietatoriae Ludolfi canonici Hildinensis saec. XIV. med., dürfte als■Kopie anzusehen sein. 20
Über den in den Sitzungsberichten der philos.-histor. Classe der*ais. Akademie der Wissenschaften Bd. i3, Wien 1854, S. 171 — iS3^gedruckten über dativus (Fragment), worin auch eine Anzahlp °n Büchern erscheint, sagt Georg Zappert, dessen Herausgeber,a - a. O. S. 105 nur Folgendes: «Freundlicher Vermittelung danke ich 25^e Kenntniss eines Folio-Papier-Blattes des XV. Jahrhunderts, des-Se n Inhalt dieses Fragment als Bruchstück eines Liber dativus, einesGeschenke-Buches kennzeichnet». Die Nennung 'Finani abbatis 110-str ? würde zweifellos auf das Wiener Schottenkloster hinweisen, diea Ks dem Inhalt des Stückes zu^ erschließende zeitliche Begrenzung 30Slc h auf die Zeit von 1192 bis 1243 beziehen. Gegen die Echtheit diesesDokuments sind jedoch Zweifel berechtigt, sowohl weil das fraglicheytatt unauffindbar ist, als wegen Zapperts bekannter Fälschertätig-leit ; vgl. Karl Uhlirz, Geschichte der Stadt Wien II, 2, S. 592.
Im J. 1418 verließen die Schotten Wien und das Kloster wurde 35v °n deutschen Mönchen besetzt, deren Tätigkeit in hervorragendem