Druckschrift 
1 (1915) Niederösterreich
Entstehung
Seite
416
Einzelbild herunterladen
 

^ I 6 Bücher Johann Gwerlichs 1423 i^3g.

stimmte Anzahl davon sollte an das Chorherrnstift Dürnstein undan das Schottenstift in Wien kommen. Die betreffenden Verfügungenlauten, wie folgt: Item libros meos, quos pro presenti habeo et infuturo in facultate iuristarum atquiro, lego pro pauperibus scolaribus

5 et pro usu eorum, qui deponi debent in liberaria, que iam edificatur

et construitur in collegio ac domo iuristarum.----------Item lego libros

meos horarum in papiro scriptos, librum, qui continet sermones desanetis et de tempore ac librum, qui scripta recolende memorie ma-gistri Nicolai de Dinchelspuhel continet de decem preeeptis, monaste-

10 rio de Tyernstain.------------Item lego pro monasterio ad Scotos

librum questionum super quarto sentenciarum (s. Lampel a. a. 0-Regest 14.660).

Die Änderung dieser Bestimmungen hatte sich Gjvcrlich aus-drücklich vorbehalten und sie fand tatsächlich statt. Denn in einem

15 dritten Testament, Wien am 3o. März 143$, bestimmte er: alle seineBücher des kanonischen Rechts sollten der in Errichtung begriffenenBibliothek der Juristenschule zufallen und dort angekettet den Studentenzum Gebrauche stehen; sein Meßbuch sollte für den in jener Biblio-thek zu errichtenden Altar dienen; alle seine theologischen Bücher,

20 besonders die questiones des Nikolaus von Dinkelsbühel, sollten zumGebrauche der Stipendiaten in dem Collegium Wagendrussel dienen,ebenso seine Horen-Bücher (s. Lampel a. a. 0. Regest 14.786)'Das hier genannte Collegium ist bekannter unter dem Namen Rosen-burse. Endlich ist ein Verzeichnis der Bücher Gwerlichs vom 10. Ap r "

25 1489 erhalten (hier abgedruckt unter Nr. 33).

Über die Person Johann Gwerlichs haben wir verhältnis-mäßig reiche Nachrichten, die schon von Gust. C. Knod in seine' 11hervorragenden Werke: Deutsche Studenten in Bologna, Berlin1899, S. 176f. zusammengestellt sind. Danach ist er in Augsburg

3o geboren, erscheint 1412 in der Matrikel der Universität Bologna alsNotarius und Kanonikus von S. Moritz in Augsburg und hat in Bo-logna das Doktorat des kanonischen Rechts erlangt. Später jpurdeer Probst von S. Gertrud in Augsburg, Kanonikus von PreisingiKanonikus und Kustos des Doms zu Augsburg und Propst V° n

35 S. Peter ebenda. 142g erscheint er als Passauer Offiziell in Wtf n -'Aber schon seit 1421 lehrte er an der Wiener Universität und be-kleidete fünfmal die Würde des Dekans der juridischen Fakuffl(1421, 1426, 1430, 1432, 1435). 1436 befand er sich unter den P°' nBaseler Konzil nach Wien gesendeten Visitatoren. Gestorben ist ei

40 am 18. Mai 1445.

Von den im Verzeichnis Nr. 33 angeführten Büchern laßt slC '

/t/7"

mit voller Sicherheit wenigstens eines nachweisen, so daß man anehmen kann, die dort genannten Bücher seien wirklich in l